Gemeinden der Region
Pforzheim -  16.07.2026
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Streit, Diebstähle und Einbrüche: Welche Straftaten in Freibädern in der Region besonders häufig sind

Enzkreis/Kreis Calw/Pforzheim. Volle Parkplätze, Gedränge und einzelne Konflikte beschäftigen in diesem Sommer auch die Freibäder in der Region. Welche Delikte die Polizei besonders häufig registriert, wo es bereits Einsätze gab und wie Betreiber die Lage einschätzen, lesen Sie im Überblick.

Ötisheim Freibad Nach Einbruch
Im Kiosk in Ötisheim wurde kürzlich eingebrochen. Das Fenster, das mit einem Stein eingeworfen wurde, ist bereits wieder repariert. Röhr Foto: Röhr

Das Wetter ist fantastisch, die Freibäder sind voll. So voll, dass in einzelnen Bädern in der laufenden Saison bereits Einlassbeschränkungen nötig waren (die PZ berichtete). Gäste können auch zu mehr Konflikten führen. Oder wie es jüngst der Ötisheimer Hauptamtsleiter Christian Bauer in einer Pressemitteilung formulierte: „Die Überlastung beginnt bei einer angespannten Parkplatzsituation und reicht bis zu dichtem Gedränge und Rangeleien am Beckenrand.“ Und so kann das Freibad mitunter nicht nur der Arbeitsort für Bademeister sein – sondern mitunter auch für Securityfirmen und zumindest auch kurzfristig für die Polizei. Was gab es bisher für die Beamten in den Freibädern zu tun?

Zahlen aus den Vorjahren

Eine genaue Antwort darauf gibt es nicht. „Diese Frage kann so nicht beantwortet werden, da keine einschlägige Statistik zu Einsatzlagen in Freibädern geführt wird“, erklärt die Polizei auf Nachfrage der „Pforzheimer Zeitung“. Zumindest nicht für die laufende Saison. Belastbare Zahlen gibt es also nur aus den Vorjahren. Die häufigsten Delikte im Jahr 2025 waren demnach im gesamten Präsidiumsbereich – der auch die Kreise Calw und Freudenstadt umfasst – Diebstähle (46 Prozent), Körperverletzungen (18,9 Prozent) sowie in geringem Umfang sexuelle Belästigung (10,8 Prozent). „Zu Diebstählen werden hier auch Einbrüche gerechnet“, erklärt die Polizei. Damit schlagen für die laufende Saison bereits die vier Einbrüche zu Buche, die es zuletzt in Freibad-Kioske gegeben hat: in Neuenbürg, in Mühlacker, in Neuhausen und in Ötisheim (die PZ berichtete). Für den Kreis Calw zudem zwei Vorfälle, bei denen weibliche Badegäste in Bad Liebenzell unsittlich berührt wurden. Derartige Übergriffe hat es in den Freibädern der Region, also im Enzkreis, in Pforzheim und in Höfen in dieser Saison offenbar bisher noch nicht gegeben. Bisher habe man in keinem dieser Bäder sexuelle Belästigungen oder sexuelle Nötigungen verzeichnet, so die Polizei. „Jedenfalls wurde kein solches Delikt in der laufenden Freibadsaison in diesen Bädern zur Anzeige gebracht“, erklärt der Polizeisprecher.

Für das Jahr 2025 hat die Polizei für den gesamten Präsidiumsbereich insgesamt 37 Straftaten in den Freibädern gezählt: 13 davon im Enzkreis, sechs im Stadtkreis Pforzheim und 15 im Landkreis Calw. Ob ein Bad dabei besonders betroffen war, kann die Polizei nicht sagen. „In der Polizeilichen Kriminalstatistik kann bei den Fallzahlen lediglich nach der Tatörtlichkeit ‚Freibad‘ gefiltert werden. Eine Aussage darüber, welches Freibad betroffen ist, kann nicht getroffen werden“, erklärt die Pressestelle.

Die gute Nachricht: Für dieses Jahr sei „derzeit mit einem Rückgang der Straftaten in Freibädern zu rechnen“, sagt die Polizei, schränkt aber im gleichen Atemzug ein: „Zu beachten ist jedoch, dass die Freibadsaison gerade mal erst zur Hälfte abgeschlossen ist, steigende Fallzahlen sind daher bis zum Ende der Freibadsaison noch zu erwarten.“ Eine abschließende Prognose könne derzeit nicht getroffen werden.

Beruhigende Zwischenbilanz

Diese können natürlich auch die Bademeister in der Region nicht abgeben. Die Zwischenbilanz fällt aber beruhigend aus. Außer nach dem Einbruch in das Kiosk habe man in dieser Saison noch nie die Hilfe der Polizei benötigt, sagt etwa der Betriebsleiter des Neuenbürger Freibads Nicki Talmon. Nur ein Mal habe es eine Schlägerei gegeben. Auch Diebstähle kämen in Neuenbürg „nur ganz selten vor“, sagt Talmon. Dennoch stellt er fest, dass es immer mehr Badegäste gebe, die sich nichts sagen ließen. Auch in Ötisheim sei der Polizeieinsatz in Zusammenhang mit dem Kioskeinbruch bisher der einzige geblieben, erklärt der Hauptamstleiter der Gemeinde, Christian Bauer.

Streitigkeiten in Mühlacker

Anders sieht es in Mühlacker aus. Dort war die Polizei schon mehrfach vor Ort. Ende Juni wurde sie gleich zweimal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ins Freibad gerufen: An einem Freitagabend war es zu einer Auseinandersetzung zwischen 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem 35-Jährigen gekommen, die in einer Rangelei gipfelte. Den Tag darauf rief ein Bademeister die Polizei wegen streitender Jugendlicher. Ob die beiden Vorfälle in der kommenden Polizeistatistik auftauchen ist zumindest fraglich. Denn im ersten Fall wurde nach Angaben der Polizei niemand verletzt und die Situation hatte sich bereits beruhigt, als die Beamten eintrafen. Im zweiten Fall waren die Jugendlichen bereits verschwunden.