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Justiz -  24.11.2021
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Streit eskaliert in Gartenanlage im östlichen Enzkreis - Mann schlägt Parzellen-Nachbarn nieder

Maulbronn/Enzkreis. Zu einer Verwarnung mit Strafvorbehalt – quasi zu einer Geldstrafe auf Bewährung – wurde ein Türke von Richter Bernd Lindner am Dienstag wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Maulbronn verurteilt. Im Sommer 2020 hatte der 30-jährige Angeklagte einen Parzellen-Nachbarn in einer Gartenanlage im östlichen Enzkreis mit einem Fausthieb zu Boden gebracht.

Im Sommer 2020 hatte der 30-jährige Angeklagte einen Parzellen-Nachbarn in einer Gartenanlage im östlichen Enzkreis mit einem Fausthieb zu Boden gebracht.
Im Sommer 2020 hatte der 30-jährige Angeklagte einen Parzellen-Nachbarn in einer Gartenanlage im östlichen Enzkreis mit einem Fausthieb zu Boden gebracht.

Die Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu jeweils 75 Euro muss nur dann bezahlt werden, wenn der Ingenieur, der strafrechtlich bisher eine weiße Weste hat, sich innerhalb eines Jahres erneut etwas zu Schulden kommen lässt. Unabhängig davon muss der Mann mit Abitur und Studium als Auflage allerdings insgesamt 1500 Euro an einen Verein, der die Kinderklinik Maulbronn unterstützt, überweisen.

Der Richter fällte damit ein salomonisches Urteil. Denn die Verteidiger Nicolas Schwab und Lucian Schliffka lieferten sich zuvor einen verbalen Schlagabtausch mit Staatsanwalt Lothar Drautz. Staatsanwaltschaft und Verteidigung schenkten sich an Lautstärke und gegenseitigen verbalen Attacken nichts – der Richter behielt indessen die Ruhe. Der Streit entzündete sich an der Stellung eines möglichen Strafantrags und an der Einstellung des Verfahrens, dem Drautz nicht nachgeben wollte. Denn der 30-jährige Angeklagte hatte selbst eingeräumt, einem heute 68-Jährigen im Juni vergangenen Jahres drei Faustschläge ins Gesicht verpasst und ihm zwei Tritte versetzt zu haben.

Schläge mit Gartenschlauch

Das Opfer, das Verletzungen an Nase und Prellungen davontrug, wirkte vor Gericht nicht integer und hatte in einer gemeinschaftlichen Gartenanlage im östlichen Enzkreis wohl schon häufiger für Ärger mit seinen Nachbarn gesorgt. Zum Zankapfel wurde immer wieder ein gemeinsamer Wasseranschluss. Als die Mutter des Angeklagten ihren Garten wässern wollte, soll der Mann den Schlauch vom Wasserhahn abgezogen und sie, so die Aussage der Zeugin, damit geschlagen haben. Ihr Sohn eilte ihr zu Hilfe und schlug den Garten-Nachbar, der auch Türke ist.

Als Notwehr sahen es das Gericht und die Staatsanwaltschaft nicht an, da der ältere Mann bereits mit dem ersten Fausthieb zu Boden gegangen war. Nicht an der Tat beteiligt war der Mann der Frau, der freigesprochen wurde.

Autor: Silke Fux