Überraschung: Felss-Gruppe in Königsbach-Stein steht zum Verkauf
Überraschung in den Morgenstunden: Die Beschäftigten der Firma Felss in Königsbach-Stein haben am Mittwochvormittag erfahren, dass sie vermutlich einen neuen Eigentümer bekommen. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis Equity Partners AG will sich von ihrer Mehrheitsbeteiligung am traditionsreichen Präzisionstechnik-Unternehmen trennen. Es werde ein neuer Investor gesucht, bestätigte Gewerkschaftssekretär Jonathan Trapp von der Pforzheimer IG Metall.
„Eigentlich nicht ungewöhnlich für eine strategische Beteiligungsgesellschaft.“ Jonathan Trapp, IG Metall Pforzheim
Man befinde sich zudem in Verhandlungen mit der Geschäftsleitung über einen Tarifvertrag für die Felss-Beschäftigten. Zum angestoßenen Verkaufsprozess wollte sich die Geschäftsführung auf PZ-Anfrage nicht äußern. Capvis war 2017 beim Steiner Technologieunternehmen eingestiegen und hatte einen Großteil der Anteile von der damaligen Alleingesellschafterin Christine Kienhöfer erworben, die weiterhin an der Felss-Gruppe beteiligt ist und auch im Beirat des Unternehmens sitzt. Die Präzisionstechnik-Firma Felss wurde 1905 in der Goldstadt gegründet, um mit selbst entwickelten Maschinen hochwertige Materialien ressourcenschonend zu bearbeiten. Daraus entstand die internationale Felss-Gruppe mit heute über 700 Mitarbeitern und Hauptsitz in Königsbach-Stein. Die Gruppe hat zudem Niederlassungen in Bretten (Rotaform), der Schweiz, den USA, der Slowakei und in China. Felss gilt als Lösungsanbieter im Bereich der Kaltumformung von Rohren sowie Vollmaterialien. Die Kunden kommen aus der Automobilindustrie, der Mobilitätsbranche und weiteren Industrien.
Seit Mai 2019 sind auch die beiden Unternehmen der in Pforzheim ansässigen früheren HMP Gruppe Teil der Felss Unternehmensgruppe. Mit HMP hatte Felss eine neue Technologie dazugewonnen: das Walzen. Die Felss-Gruppe sei ein Nischenanbieter, sagt Gewerkschaftssekretär Jonathan Trapp. Der neue Investor bekomme zwar ein technologisch gut aufgestelltes Unternehmen, müsse aber auch in den Transformationsprozess in der Automobilindustrie investieren.
