Unterwegs mit Landtatgskandidat Andreas Renner: ZDF nimmt Pforzheims Wahlkampf ins Visier
Huchenfeld. Ein Dreh für die neue Staffel der ZDF-Erfolgsserie „Inside CDU“ macht Huchenfelder Bürger kurz an der Haustür zu TV-Stars. Es ist schon eine Überraschung, wenn ein Politiker unerwartet an der Haustür klingelt. Dass dieser ein Filmteam im Nacken hat, sorgt natürlich für besonderes Aufsehen an diesem Mittwoch in Huchenfeld. Das ZDF heftet sich einen Tag lang an die Fersen des hiesigen CDU-Landtagskandidaten Andreas Renner (49). Ein Fokus gilt dem Haustürwahlkampf.
Die erste Staffel der Doku-Serie „Inside CDU“, die den Weg vom Ampel-Aus bis zu Friedrich Merz’ Kanzlerwahl beleuchtet, hatte sich zum politischen Blockbuster entwickelt. Nun arbeitet Filmemacher Steffen Haug (58), lange Jahre Chefredakteur von „Spiegel TV“, an Staffel zwei. Warum hier? „Weil Pforzheim AfD-Hochburg ist und es für die CDU Spitz auf Knopf steht“, sagt Haug zur PZ. Dass dieses Terrain für die Union kein „gmähts Wiesle“ ist, wie Marianne Engeser (69) im PZ-Gespräch seufzt, weiß sie wie ihre Begleiterin an diesem Vormittag, Viktoria Stavenhagen (60), aus eigener Erfahrung. Beide saßen für die CDU im Landtag, Engeser verlor 2016 in Pforzheim ihr Direktmandat an AfD-Mann Grimmer, Viktoria Stavenhagen – damals Schmid – musste sich der grünen Konkurrentin Seemann beugen.
Kalte Schulter oder Kaffee
„Ich dränge mich nicht auf, aber ich bin dabei, wenn man mich braucht. Die Demokratie ist es wert“, erklärt Engeser ihre Wahlkampfhilfe. „Es ist für mich eine Ehre, unseren Hoffentlich-Nachfolger zu unterstützen“, sagt Stavenhagen. Bereits zuvor in Würm habe sie alle Facetten des direkten Wählerkontakts erlebt: „vom Türzuknallen vor der Nase bis zum angebotenen Kaffee“.
In Huchenfeld gibt’s ordentlich Stoff für Haugs Serie. Die Reaktionen auf den CDU-Tross, zu dem auch Mireille Iwanowski und Hans Draskowitsch gehören, könnten unterschiedlicher nicht sein. „Nein, nein, nein“, ruft eine Anwohnerin, von der man nur eine durchs Fenster abwinkende Hand erkennt. Andere hören sich Renners Frage an: „Brennt Ihnen was auf den Nägeln?“ Nein, weil sie ein zufriedener Mensch sei, sagt eine Seniorin.
„Haben Sie vier Wochen Zeit?“, ätzt ein Nachbar durchs Wohnzimmerfenster, um es sogleich mit einem Rumms zuzuziehen. Viele zeigen sich verwundert, dass es am Sonntag im Land nun doch ein Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU und Grünen geben könnte. Manche haben das Globale im Blick. „Das Wichtigste wäre für mich Frieden auf der Welt, aber mit dem amerikanischen Rotschopf wird alles noch schlimmer“, sagt eine Frau. Ein Huchenfelder prangert die „marode Wirtschaft“, hohe Energiepreise, den „Reformstau“ an. Einer findet, die Politik rede „den Leuten zu viel rein“. Manche verstört, andere bestärkt der Zuwachs an den politischen Rändern. „Ich schätze mal, Sie werden gewählt in Pforze, oder haben Sie tatsächlich Angst vor der AfD?“, will einer wissen. Renner redet, beschwichtigt, erklärt.
Was sonst noch geht bei dieser Tagestour, die vom frühen Besuch in der Nudelfabrik Jeremias bis zur Abend-Visite in Uwe Hücks Gym reicht, ist im Herbst im ZDF zu sehen. Haug wird alle fünf Landtagswahlen des Jahres begleiten. Bei jenen im Osten, schätzt er, dürfte es noch heftiger werden – für ihn wie für die CDU.
