Gemeinden der Region
Schömberg -  18.03.2026
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Vereine, Familien, Ortsteile: Hier könnte Schömberg sparen

Schömberg. 4,5 Millionen Euro fehlen Schömberg 2026 momentan für die schwarze Null. Schon im vergangenen Jahr musste die Gemeinde ans Landratsamt ein sattes Defizit melden. Die Behörde in Calw verlangte daher ein Konzept mit Sparmaßnahmen. Das ist nun erstmals öffentlich geworden.

Muss Touristik-und-Kur-Leiter Döbereiner (rechts im Bild) bald mit einer Stelle weniger klar kommen?
Muss Touristik-und-Kur-Leiter Döbereiner (rechts im Bild) bald mit einer Stelle weniger klar kommen? Foto: Gemeinde Schömberg

Es drohen Einschnitte für Vereine, Ortsteile, Familien und die Touristik und Kur. Zudem ist im Gemeinderat vor Bürgern und Medien auch seit langer Zeit mal wieder der Haushalt beraten worden – wobei eher diskutiert wurde, wie viel Geld die Ortsteile brauchen. Auch bei den über fünf Millionen Euro, die Schömberg vom Bund bekommt, geht die Gemeinde eher zögerlich vor – aus Rücksicht vor dem neuen Bürgermeister.

Wo den Rotstift ansetzen? Zunächst zu den Sparmaßnahmen. In dem sogenannten Haushaltskonsolidierungskonzept stehen einige Punkte. Zum Beispiel, dass bei der Touristik und Kur langfristig eine Stelle eingespart werden muss und freie Stellen grundsätzlich nicht wiederbesetzt werden sollen. Zudem soll das Werbebudget um 10.000 Euro auf 50.000 Euro gekürzt werden. Immerhin spare man durch den Ausstieg bei der Konus-Gästefahrkarte 90.000 Euro.

Bei den freiwilligen Leistungen sieht die zuständige Kommission des Gemeinderats ebenfalls Einsparpotenzial. Sie hatte sich in mehreren nicht-öffentlichen Sitzungen vergangenes Jahr zusammengesetzt und den Haushalt mit dem Rotstift durchforstet. So soll bei der Bücherei darüber nachgedacht werden, bei einer eventuellen Neubesetzung der Stelle auf geringfügige Beschäftigung zu reduzieren. Viele Punkte, die man sich vorgenommen hat, bleiben aber auch gleich. Die Jugendarbeit, die Kindertagespflege oder die Sportförderung sollen weiterhin die gewohnten Gelder bekommen. Manche erhalten sogar mehr: Kulturförderung oder Ehrungen und Jubilare. Es gibt aber auch Knackpunkte, wie es Gemeinderat Jörg Krax (MUZ) nun in der Sitzung ausdrückte. So sollen seine Ratskollegen und er bald darüber entscheiden, wie mit den Ortschaftsräten, den Ortsvorstehern und deren Sitzungsvergütungen weiter vorgegangen wird. „Bei einer gesonderten Beratung wird Thema sein, wie und in welcher Höhe die Vereine gefördert werden“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung außerdem. Der Gemeinderat muss klar machen, wie Kalle und das Familienzentrum fortgeführt werden sollen. Und auch das Aufgabengebiet des Integrationsmanagers steht künftig zur Diskussion.

Wie viel bekommen die Ortsteile? Bei der Beratung des Haushalts standen dann die Mittel der vier Ortschaftsräte im Fokus. Bieselsberg hat unter anderem 200.000 für den Anbau der Aussegnungshalle angemeldet, Langenbrand 15.000 für die Dorfmitte, Oberlengenhardt für Buswartehallen 30.000 Euro und Schwarzenberg für die Fassade des Kindergartens 45.000 Euro. Letztendlich entbrannte eine Diskussion über das Budget der jeweiligen Ortsteile. Für Friedbert Stahl, CDU-Fraktion und Ortsvorsteher Oberlengenhardt, sind diese zu niedrig. „500 Euro pauschal und je Einwohner einen Euro finde ich nicht gut. Was soll man in unserem Fall mit 1100 Euro machen?“, sagte er. Jörg Krax (MUZ) sah ein, dass die Ortsteilbudgets notwendig seien. Er machte aber darauf aufmerksam, dass Schömberg als größter Ortsteil und ohne Ortschaftsrat außen vor bleibe. „Wir müssen ehrlich diskutieren, wie wir in Schömberg damit umgehen. Und wer das dann verwaltet.“ Schlussendlich einigte man sich auf Vorschlag von Bürgermeister Matthias Leyn auf Folgendes: 12.000 Euro sind nun für alle fünf Ortsteile vorgesehen. Für was sie ausgegeben werden dürfen, soll später noch geklärt werden. Laut Kämmerer Ralf Busse soll der Haushalt am 14. April beschlossen werden. „Mit dem neuen Bürgermeister oder noch dem Stellvertreter – je nachdem.“

Wohin mit den Sondermillionen? An diesem Sonntag ist die alles entscheidende Stichwahl. Damit die Kandidaten Michael Hopf oder Matthias Stepan später nicht vor vollendete Tatsachen gestellt sind, soll über einen Großteil des Sondervermögens vom Bund erst mit dem Sieger zusammen entschieden werden. Schömberg erhält 5,3 Millionen Euro. Der Gemeinderat einigte sich einstimmig – bei einer Enthaltung – darauf, von dem Geld erst einmal das Dach der Ludwig-Uhland Schule (1 Million Euro) und einen Teil der Rathaussanierung (900.000 Euro) anzugehen. Auf der Liste stehen eigentlich auch Straßensanierungen, der Kauf eines Fahrzeugs für den Bauhof oder die Sanierung des Parkplatzes P1.

Was gibt Hoffnung? Für den JuKi-Mitmachzirkus ist auf jeden Fall noch Geld da. Zehn Euro pro Kind – insgesamt 1300 Euro – steuert die Gemeinde zu dem beliebten Projekt in den Sommerferien bei. Darüber waren sich alle Räte durch die Bank weg einig.