Gemeinden der Region
Enzkreis -  20.01.2026
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Verkehr bewegt Birkenfelder: Wo sollen sie künftig radeln, spazieren, mit dem Auto fahren - und wo nicht?

Wie und wo künftig in der Ortsmitte Passanten, Radfahrer und Autos unterwegs sein sollen und wo nicht, beschäftigt die Birkenfelderinnen und Birkenfelder 2026 intensiv. Alle sollen 2026 Gelegenheit bekommen, ihre Bedürfnisse und Wünsche bezüglich der Verkehrsplanung in der Ortsmitte mitzuteilen - bei Befragungen und interaktiven Bürgerveranstaltungen.

Der Gemeinderat hat vor Weihnachten einstimmig ein Mobilitätskonzept für das Sanierungsgebiet Ortsmitte beauftragt für rund 80.000 Euro. Teil davon werden Haushaltsbefragungen in Birkenfeld, die teils schriftlich abgewickelt werden sollen, teils online. Dazu stehen zwei interaktive Bürgerveranstaltungen auf dem Programm, bei denen direkter Austausch möglich wird.

2026 sollen im Zuge dessen alle Birkenfelderinnen und Birkenfelder die Gelegenheit bekommen, ihre Bedürfnisse und Wünsche bezüglich der Verkehrsplanung ihrer Gemeinde mitzuteilen. „Wo braucht es Radwege, wo soll der motorisierte Verkehr mit welchem Tempo rollen, wo parken – und wo soll es womöglich ganz verkehrsberuhigte Zonen geben?“, sind dabei Fragen von größerem Interesse. 

Das Mobilitätskonzept im Bereich des Sanierungsgebiets „Ortsmitte“ erarbeiten wird die Rapp AG, ein Planungsbüro aus der Schweiz mit Niederlassung in Freiburg. „Die Befragung wird zeitnah stattfinden, unter anderem werden ausgewählte Haushalte angeschrieben“, kündigte Therese Lüthi (Foto: Wewoda) von der Rapp AG an, die bei zwei Terminen im Gemeinderat die Planung vorstellte. So ist zum Beispiel ein interner Spaziergang durch die Gemeinde „im Rahmen der Mängelanalyse“ vorgesehen. Daraufhin sind die Bürger gefordert: Die erste öffentliche Veranstaltung zum Austausch ist für den 9. Mai, geplant, den „Tag des Städtebaus“. Die Haushaltsbefragungen sollen sich über vier Wochen erstrecken.

Therese Lüthi, Mitarbeiterin der Rapp AG, die das Mobilitätskonzept für Birkenfeld erarbeitet, sagte: „Wir betrachten, wie das Mobilitätsverhalten genau ist“ in Bezug auf die Schulen und Kitas. Sprich: Bring- und Holverkehre – Stichwort Elterntaxis – und die Schulwegsicherheit. Auch werde die „städtebauliche Attraktivität“ berücksichtigt. „Ergebnisse und Rückmeldungen werden alle aufgenommen“, merkte Lüthi an. 

Die CDU-Fraktion begrüßte in ihrer Stellungnahme nach der öffentlichen Vorberatung ausdrücklich, dass „neben der Erneuerung und Modernisierung baulicher Strukturen ein besonderer Schwerpunkt auf die Sanierung und Neugestaltung öffentlicher Plätze und Straßenräume gelegt“ wird. Angeregt wurde, dass „Maßnahmen aufeinander abgestimmt sein“ müssten, ohne sich gegenseitig zu behindern. Zugleich sollte das Konzept laut CDU so gestaltet sein, dass Bausteine auch unabhängig voneinander umgesetzt werden könnten.

Modelllösungen zu Begrünung?

Die CDU-Fraktion möchte das Mobilitätskonzept auf die Gesamtgemeinde einschließlich Gräfenhausen und Obernhausen ausweiten und nicht allein auf den Bereich des Sanierungsgebiets beziehen, was dann nicht förderungsfähig ist und mit zusätzlichen Kosten beauftragt werden müsste, wie Bürgermeister Steiner anmerkte. „Mobilitätsbedürfnisse und Verkehrsverbindungen enden nicht an den Grenzen des Sanierungsgebiets“, stellt die CDU-Fraktion fest. Es sei unerlässlich, übergeordnete Zusammenhänge mitzudenken. Ferner hieß es: „Wir bitten die Verwaltung ausdrücklich, den Jugendrat frühzeitig über das Vorhaben zu informieren und sicherzustellen, dass die Firma Rapp AG ausreichend Ressourcen für eine angemessene Jugendbeteiligung einplant.“

Diese sollte laut CDU nicht auf klassische Schülerbefragungen oder den Kontext des Schulwegs beschränkt werden. Vorgeschlagen werden auch „einheitliche Leitlinien für die Gestaltung von Straßenräumen, Modelllösungen zur Begrünung und klare Kriterien für Aufenthaltsqualitäten öffentlicher Flächen“.

Die SPD wiederum möchte eine „gute fußläufige Durchquerung im Quartier“, mahnt Barrierefreiheit wie zum Beispiel rollstuhl- und rollatorgerechte Bürgersteige an und bittet, auf Bordsteine möglichst zu verzichten. Sichere Schulwege liegen der SPD-Fraktion ebenso am Herzen wie der Verzicht auf Parkplätze für Elterntaxis vor Schulen. Die Verkehrsführung vor dem NKD-Laden bittet sie zu prüfen und Möglichkeitenwie „einen kleinen Kreisverkehr“ zu prüfen. Eine Einbahnstraßenregelung schlägt die SPD für die untere Hauptstraße, die Kant- und die Kirchgartenstraße vor.