Verordnung in der Schublade: Stadt Mühlacker zögert bei Katzenschutz
Mühlacker. Mühlacker. Freilebende Katzen gelten nicht nur als Tierschutzproblem, sondern auch als Gefahr für heimische Vögel und Kleintierbestände. Zudem leben viele der Tiere mit Krankheiten, Hunger und unkontrollierter Vermehrung. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Stadt Mühlacker seit Anfang 2025 mit der Frage einer möglichen Katzenschutzverordnung.
Auslöser waren damals verschiedene größere Populationen freilaufender Katzen an mehrern Stellen im Stadtgebiet – ein Thema, das zeitgleich auch in anderen Kommunen diskutiert wurde. Das teilt der städtische Pressesprecher Philipp Schad auf Anfrage mit.
Derzeit setzt die Stadt vor allem auf ehrenamtliches Engagement. Streunende Katzen werden von freiwilligen Helfern eingefangen und kastriert, die Kosten übernimmt die Ortspolizeibehörde. In den vergangenen Monaten sei dabei ein Rückgang der eingesammelten Tiere zu verzeichnen, so Schad. „Ob es sich hier um einen generellen Rückgang oder nur um witterungsbedingte Schwankungen handelt, da weniger Katzen in den Wintermonaten draußen umherstreifen, wird sich aber erst im kommenden Sommer vollends zeigen.“
Besonders im Bereich des Wullesees gibt es immer wieder Hinweise auf freilebende Katzen. Belastbare Zahlen liegen bislang jedoch nicht vor. Genau diese wären aus Sicht der Stadt Voraussetzung für weitergehende Schritte. Um eine Katzenschutzverordnung rechtlich zu begründen, müssten unter anderem eine erhöhte Populationsdichte, konkrete Tierschutzfälle sowie Hinweise aus der Bürgerschaft dokumentiert werden. Damit solle belegt werden, dass freiwillige Kastrationsaktionen allein nicht ausreichen.
Aktuell prüft die Verwaltung deshalb, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Entscheidungsgrundlage sollen vor allem die Meldungen aus den Frühlings- und Sommermonaten sein. Parallel dazu bereitet sich die Stadt bereits vor: Ein Entwurf für eine mögliche Satzung befindet sich in Ausarbeitung. Zudem hat sich die Verwaltung mit Kommunen ausgetauscht, die bereits eine Katzenschutzverordnung eingeführt haben. Eine schnelle politische Entscheidung ist allerdings nicht in Sicht. Nach Angaben von Schad soll das Thema nur bei Bedarf erneut auf die Tagesordnung des Gemeinderats kommen – frühestens im zweiten Halbjahr 2026.
Bis dahin setzt die Stadt weiterhin auf Prävention und freiwilliges Engagement. Ob daraus langfristig eine verbindliche Regelung wird, dürfte sich erst zeigen, wenn im Sommer neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Katzenpopulation vorliegen.
Diese Sprechstunden werden angeboten
Die OB-Sprechstunden im Sommer finden am 10. Juni in Großglattbach, am 17. Juni in Lienzingen, am 18. Juni in Enzberg, am 24. Juni in Mühlhausen, am 25. Juni in Lomersheim, am 1. Juli in Dürrmenz, am 2. Juli in der Kernstadt sowie am 8. Juli online statt.
Im Herbst und Winter sind Termine am 11. November online, am 12. November in der Kernstadt, am 18. November in Dürrmenz, am 19. November in Lomersheim, am 25. November in Mühlhausen, am 26. November in Enzberg, am 2. Dezember in Lienzingen sowie am 3. Dezember in Großglattbach vorgesehen.
Hinweise zum Ablauf der Sprechstunden sowie die wichtigsten Teilnahmebedingungen werden jeweils vor den Terminen veröffentlicht.
