Gemeinden der Region
Schömberg -  06.10.2021
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Vielfältige Möglichkeiten für die letzte Ruhe: In Schömberg werden die Friedhöfe umgestaltet

Schömberg. Für eine Umgestaltung aller Friedhöfe in den Schömberger Teilorten Langenbrand, Bieselsberg, Schwarzenberg und Oberlengenhardt hat der Technik und Umweltausschuss Schömberg mit einstimmigem Votum in der jüngsten Sitzung den Weg bereitet. Damit kann das Thema „Letzte Ruhe in neuen Formen“ in der Gemeinderatssitzung Ende Oktober angegangen werden. Bereits im Jahr 2018 war die Umgestaltung des Friedhofs in Oberlengenhardt zum Thema geworden (die PZ hat berichtet). Intensiv hatte sich der dortige Ortschaftsrat unter Vorsitz von Gemeinderat Friedbert Stahl damit befasst und die Bad Liebenzeller Werkgruppe Gruen für die Planung beauftragt.

Auch der Friedhof Schwarzenberg erhielt 2019 ein neues Konzept. Archivfoto: Meister
Auch der Friedhof Schwarzenberg erhielt 2019 ein neues Konzept. Archivfoto: Meister

Schließlich entschied sich das örtliche Gremium für Variante zwei. Kostenpunkt: rund 35.000 Euro. Danach sollen künftig neben Reihen- und Wahlgräbern auch Baumbestattungen, Rasengräber und Urnenstehlen verfügbar sein. Das alte Holzkreuz soll wieder hergerichtet und schön in Szene gesetzt werden. Zudem ist eine Hecke geplant, es soll ein neuer Weg entstehen und bei den geplanten Urnenstehlen will man eine kleine Platzsituation schaffen.

Im September 2019 zogen die anderen Schömberger Ortsteile nach. Mit der Überplanung der restlichen Teilort-Friedhöfe wurde schließlich das Büro Stadt Landschaft plus Landschaftsarchitekten GmbH aus Karlsruhe beauftragt. Ziel der Überplanung ist es, die Friedhöfe an die individuellen Bedürfnisse anzupassen und neue Grabformen anzubieten. Die Entwürfe wurden im Herbst 2020 für die Öffentlichkeit ausgelegt.

Für die Überarbeitung des Friedhofs Bieselsberg werden bislang 85 000 Euro veranschlagt, für Langenbrand rund 121.000 Euro und für Schwarzenberg etwa 102.000 Euro. Darin noch nicht enthalten ist der Wunsch der Ortsteile Bieselsberg und Schwarzenberg nach einer jeweils erweiterten Aussegnungshalle.

Hier machten die Ausschussmitglieder der UWV-Fraktion Michael Wernecke und Gerold Kraft deutlich, dass über den Punkt der Finanzierung nochmals gesondert gesprochen und abgestimmt werden müsse. „Das darf kein Selbstläufer werden“, so Kraft.

Die Schömberger Verwaltung schlägt ihrerseits eine stufenweise Umsetzung der Pläne vor. „Das Planungsbüro erarbeitet Sofortmaßnahmen“, so Bürgermeister Matthias Leyn. Diese sollen mit 10.000 Euro für jeden Ortsfriedhof umgesetzt werden und im Haushalt 2022 eingeplant werden. Damit zeigte sich der Ausschuss zufrieden. „Mir ist nur wichtig, dass es kein Hauen und Stechen zwischen den Ortsteilen gibt“, sagte Andreas Ehnis, Vorsitzender des Schwarzenberger Ortschaftsrats. Er bezog sich damit auch auf den Einsatz des Bauhofs, der für verschiedene Aufgaben herangezogen werden soll.

Bieselberger Bauernhof muss umplanen

In eine zweite Runde geht die Bauvoranfrage eines bereits bestehenden landwirtschaftlichen Familienbetriebs im Schömberger Teilort Bieselsberg (die PZ hat berichtet). Angrenzer hatten im Zuge der Nachbaranhörung Bedenken geäußert, woraufhin die Baurechtsbehörde des Landratsamts Calw keine positive Entscheidung für das Vorhaben in Aussicht stellte.

Ziel des Bauvorhabens im Bieselsberger Außenbereich ist eine Landwirtschaft im Vollerwerb mit direkter Vermarktung eigener Produkte. Der Gemeinderat hatte den Plänen der Landwirte ursprünglich einstimmig grünes Licht erteilt. Die neuen Pläne sehen nun einen neuen Standort für die Gebäude vor. Die Zufahrt wurde so gewählt, dass sie sich abseits der Wohnbebauung entlang der Friedenstraße befindet. Die ursprünglich geplanten drei Gebäude wurden auf zwei komprimiert. „Das Landratsamt hat nun bereits seine Zustimmung signalisiert“, sagt die stellvertretende Bauamtsleiterin Ulrike Weißert.

Autor: Yvonne Dast-Kunadt