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Pforzheim -  15.09.2026
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Von Grifo bis Kolbe: Die PZ macht den Formcheck bei Pforzheims Fußballprofis

Pforzheim. Gleich neun Fußballer mit Pforzheimer Wurzeln sind derzeit im höherklassigen Fußball unterwegs. Wer überzeugt, wer muss zulegen?

Vincenzo Grifo
SC-Torschütze Vincenzo Grifo ist einer von neun Fußballprofis, die PZ-Redakteur Dominique Jahn unter die Lupe genommen hat. Foto: Tom Weller/dpa (Archivfoto)

Pforzheim ist im höherklassigen Fußball gut vertreten: Neun – mehr oder weniger – gebürtige Pforzheimer stehen derzeit von der Bundesliga bis zur Regionalliga Südwest auf dem Platz. Die PZ schaut auf ihren bisherigen Saisonverlauf.

Vincenzo Grifo (33)

Für den Italiener läuft es mit dem SC Freiburg derzeit wie geschmiert. Die Breisgauer haben aus den ersten drei Spielen die Maximalausbeute von neun Punkten geholt und grüßen von der Tabellenspitze der Bundesliga. Da dürfte so mancher SC-Fan insgeheim sogar schon vom ersten deutschen Meistertitel träumen. Doch bis dahin fließt noch eine Menge Wasser die Dreisam hinunter.

Für Vincenzo Grifo persönlich läuft es dagegen noch nicht ganz so rund. Der Rekordtorschütze des Sport-Clubs muss sich momentan mit der Reservistenrolle begnügen und kommt in den ersten drei Bundesligapartien auf lediglich 39 Einsatzminuten. Zum Auftakt gegen Bremen blieb der ehemalige CfR-Spieler sogar komplett auf der Bank. Auf der linken Seite erhält derzeit Derry Scherhant den Vorzug. Der hatte bereits in der Vorbereitung mit Sonderschichten auf sich aufmerksam gemacht und überzeugte anschließend auch in den ersten Saisonspielen.

Für Grifo kein Grund, Trübsal zu blasen. Der Routinier stellt sich in den Dienst der Mannschaft, gibt im Training weiter Vollgas – und weiß aus Erfahrung nur zu gut, wie schnell sich das Blatt im Fußball wenden kann. Sein Ziel ist klar: möglichst bald wieder seinen angestammten Platz in der Freiburger Startelf zurückzuerobern.

Robin Hack (28)

Robin Hack darf sich auf einen neuen Trainer einstellen, nachdem Eugen Polanski am Wochenende nach dem Fehlstart seinen Rücktritt erklärt hat. Für Hack und Borussia Mönchengladbach sind es derzeit ohnehin schwierige Zeiten. Drei Spiele, drei Niederlagen – gemeinsam mit dem HSV sind die Fohlen das einzige Team, das noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto hat. Die große Frage lautet nun: Wer führt die Borussia aus dem Tabellenkeller? Als möglicher Kandidat wird unter anderem Ex-KSC-Trainer Christian Eichner gehandelt.

Bei der erhofften Wende ruhen die Hoffnungen auch auf Robin Hack. Der 28-Jährige – früher Spieler beim 1. FC Calmbach – wartet in dieser Saison allerdings noch auf seinen ersten Treffer. In den bisherigen drei Partien stand der Angreifer zweimal in der Startelf, einmal wurde er eingewechselt und kommt insgesamt auf 152 Einsatzminuten. Nun soll möglichst bald auch der Knoten vor dem gegnerischen Tor platzen. Zeit, sich in Gladbach wieder zum Leistungsträger aufzuschwingen, hat Hack jedenfalls: Sein Vertrag bei der Borussia läuft noch bis 2029.

Stefano Marino (22)

Der ehemalige Jugendspieler des TSV Wiernsheim hat sich Schritt für Schritt bis in die Bundesliga hochgearbeitet. Über die SGV Freiberg kam der Stürmer 2020 zum Karlsruher SC, wo er im Dezember 2021 sein Zweitliga-Debüt feierte. Nach einer Leihe zum Regionalligisten FC-Astoria Walldorf führte ihn sein Weg 2024 zur zweiten Mannschaft von Hannover 96 in die 3. Liga. Im Sommer 2025 wechselte Marino zum SC Paderborn und schaffte dort endgültig den Durchbruch im Profifußball. Mit den Ostwestfalen gelang ihm in der vergangenen Saison der Aufstieg in die Bundesliga. Der inzwischen 22-Jährige gehört auch im Oberhaus zum Profikader des SCP. In den ersten drei Bundesligapartien gegen Mainz, Freiburg und Dortmund kam der Angreifer zum Einsatz. Ein Treffer gelang ihm dabei noch nicht. Dafür war Marino im DFB-Pokal bereits erfolgreich und traf beim 4:2 gegen Phönix Lübeck. Der frühere deutsche Juniorennationalspieler hat damit auch in dieser Saison gezeigt, dass er sich auf höchstem Niveau behaupte kann.

Niklas Kolbe (29)

Der 29-Jährige ist zwar kein waschechter Pforzheimer, schließlich wurde er in Neuenbürg geboren. Doch das dürfte bei der Hertha niemanden groß interessieren. Denn Niklas Kolbe gehört bei den Berlinern längst zu den absoluten Leistungsträgern. Mit seiner Ruhe, Abgeklärtheit und Zweikampfstärke trägt der Innenverteidiger entscheidend dazu bei, dass die Hauptstädter noch ungeschlagen an der Spitze der 2. Bundesliga stehen und bislang gerade einmal sechs Gegentreffer kassiert haben.

Der 1,96-Meter-Hüne räumt allerdings nicht nur in der Defensive mächtig ab. Beim spektakulären 5:3 gegen Eintracht Braunschweig stellte der Ex-Kicker des FC Nöttingen auch seine Qualitäten als Vorlagengeber unter Beweis. Nachdem ihn in der vergangenen Saison ein Rippenbruch und ein Muskelfaserriss insgesamt zehn Spiele zum Zuschauen zwangen, hoffen die Hertha-Fans nun vor allem auf eines: dass ihr Niklas diesmal gesund durch die Saison kommt. Gelingt das, könnte Kolbe mithelfen, den großen Traum der Berliner wahr werden zu lassen – die Rückkehr in die Bundesliga. Sein Vertrag bei der Hertha läuft noch bis 2027.

Rafael Pinto Pedrosa (18)

Sprunggelenksprobleme zwangen den ehemaligen Spieler des SV Kickers Pforzheim am dritten Spieltag zu einer Pause, ansonsten gehört der 18-jährige Rechtsverteidiger beim Karlsruher SC in der 2. Liga zum Stammpersonal. Der neue KSC-Trainer Maximilian Senft hält große Stücke auf den U19-Nationalspieler, der beim 2:2 gegen Hannover 96 sogar sein erstes Saisontor erzielte. Sportlich läuft es für die Badener allerdings noch nicht nach Wunsch: Mit lediglich fünf Punkten aus fünf Spielen hinkt der KSC den eigenen Erwartungen hinterher. Und die nächste Aufgabe hat es in sich. Am kommenden Samstag gastiert der Tabellenzweite 1. FC Nürnberg im Wildpark.

Benjamin Boakye (21)

15-mal Startelf, zehn Einwechslungen – so lautete die Bilanz von Benjamin Boakye in der vergangenen Saison. Nach dem Aufstieg von Arminia Bielefeld in die Beletage des deutschen Fußballs kam der schnelle und technisch versierte Offensivspieler in vier Partien zum Einsatz. Am Wochenende beim 1:2 gegen Darmstadt musste der Pforzheimer allerdings zuschauen.

Boakye gilt als vielversprechendes Talent und soll bei der Arminia mit seiner Schnelligkeit und Dynamik auf der linken Außenbahn künftig für Gefahr sorgen. Für einen Pforzheimer Verein spielte der Deutsch-Ghanaer allerdings nie. In der Jugend schnürte er seine Fußballschuhe unter anderem für die Stuttgarter Kickers und den VfB Stuttgart.

Tobias Müller (32)

Auch für den Tiefenbronner läuft es in dieser Saison bislang richtig gut. Mit dem 1. FC Magdeburg belegt der Verteidiger derzeit den vierten Platz in der 2. Bundesliga. In drei Partien stand Müller in der Startelf, einmal wurde er eingewechselt. Zuletzt musste er beim 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern wegen einer Gelb-Rot-Sperre zuschauen.

Auch offensiv hat der ehemalige Kicker von Germania Brötzingen und des FC Nöttingen bereits Akzente gesetzt: Zwei Treffer bereitete Müller bislang vor – einen in der Liga, einen im DFB-Pokal. Weitere sollen folgen.

Matthias Bader (29)

Ein Kreuzband- und Innenmeniskusriss bremste Matthias Bader (früher unter anderem SV Iptingen) in der vergangenen Saison (im September) aus. Dennoch wurde sein Vertrag – seit Januar 2020 spielt der Verteidiger bei den Lilien – verlängert. In dieser Saison war Bader allerdings noch nicht im Zweitliga-Kader.

David Otto (27)

Der ehemalige Jugendspieler des 1. FC Birkenfeld lässt derzeit bei Viktoria Köln in der 3. Liga mächtig aufhorchen. Fünf Tore und zwei Vorlagen in fünf Partien – der Angreifer und Vizekapitän präsentiert sich in bestechender Frühform. Beim 4:0-Erfolg gegen Hansa Rostock am Wochenende schnürte Leistungsträger Otto einen Doppelpack. Auch dank seiner Treffer mischt Viktoria Köln mit neun Punkten aus fünf Spielen in der Spitzengruppe mit. David Otto ist richtig gut drauf – Neun Tore und elf Assists lieferte er in der vergangenen Saison in 38 Spielen. Es war die beste Spielzeit in Ottos Karriere. Mal sehen, was in dieser Saison für den Stürmer mit der Viktoria alles drin ist.