Wacholderweg steht erneut im Mittelpunkt der Büchenbronner Ortschaftsratssitzung
Büchenbronn. Der schmale Wacholderweg und die Frage, ob dieser für den Kfz-Verkehr geöffnet werden solle, beschäftigt den Ortschaftsrats Büchenbronn auch weiterhin. Bei der Sitzung am Mittwochabend nahm neben Ortsvorsteher Mario Röseling und den meisten Ratsmitgliedern auch ein Gast zu diesem Thema Stellung: Christoph Schulze, Abteilungsleiter Mobilität, Verkehrsflächenplanung und Ingenieurbauwerke beim Pforzheimer Grünflächen- und Tiefbauamt.
Schulze ist mit Fragen der nachhaltigen Mobilität, der Fußverkehrsförderung und der modellhaften Gestaltung des öffentlichen Raums befasst. Ortschaftsrat Reinhard Klein (Bürgerliste) zeigte sich von seiner Anwesenheit überrascht. Er war davon ausgegangen, dass Fragen aus dem Verkehrsrecht erörtert werden sollten. Fragen, die nach seiner Ansicht, eine andere Zuständigkeit berühren. Mit Blick auf die im Antwortschreiben des GTA zitierten Empfehlungen der „RASt 06“ (Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen) führte Klein aus: Das seien „Richtlinien, an die sich eine Gemeinde halten kann oder auch nicht“.
Klein folgerte:
„Die Stadt Pforzheim ist nicht gehindert, im Einzelfall abweichend von den RASt 06 individuelle Lösungen zu verwirklichen“.
Schulze klärte auf: „Die gesamte RASt soll erneuert werden. Im nächsten Jahr gibt es eine Neufassung und die RASt soll auf jeden Fall auch eine Muss-Richtlinie werden“. Außerdem fügte er hinzu: „Und letztendlich ist es so, eine Richtlinie ist keine gesetzliche Verpflichtung. Aber wenn die Stadt Pforzheim sagt, ja, wir öffnen den Wacholderweg für den Kfz-Verkehr, lassen Fuß und Rad so drauf wie sie sind und es passiert irgendwas, dann müssen wir als Stadt sehr gut begründen können, warum wir uns nicht an die RASt gehalten haben“. Ortschaftsrat Klein schilderte die Situation: „Da wohnt jemand auf dem Wacholder, der die 300 Meter zum Friedhof fahren will. Der ist gezwungen, zweieinhalb Kilometer Umweg zurückzulegen.“ Klein betonte, einen Ausbau des Wacholderwegs nicht anzustreben.
Alle Wacholderweg-Argumente haben bei den meisten Büchenbronner Ratsmitgliedern sowie bei Ortsvorsteher Röseling den Eindruck reifen lassen, dass es bei einer Abstimmung wohl ein Patt geben dürfte. Röselings Vorschlag einer Probeabstimmung, so informierten die Ratsmitglieder Bernhard Schuler und Siegfried Schüle (beide: CSÖ), erfordere jedoch die Aufnahme in die Tagesordnung.
