Wegen des Verdachts des versuchten Mordes: 60-Jähriger aus Königsbach-Stein in Untersuchungshaft
Königsbach-Stein. Wegen des Verdachts des versuchten Mordes sitzt ein 60-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Er soll die Gasleitung eines Wohnhaueses in Königsbach-Stein manipuliert haben, wie die Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung bekanntgeben.
Am vergangenen Wochenende hätten sich der Beschuldigte und seine Lebensgefährtin demnach getrennt, woraufhin sie das gemeinsame Wohnhaus verlassen hätte. Am Montagnachmittag, 25. Mai, habe die Frau dann die Polizei informiert, weil sie befürchtete, dass er sich das Leben nehmen wollte.
Wer suizidale Gedanken hat, sollte auf gar keinen Fall damit alleine bleiben. Auch in ausweglosen Situationen gibt es Hilfe für Betroffene. Sollten Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie unbedingt mit jemandem darüber. Hilfe erhalten Sie telefonisch unter (08 00) 1 11 01 11 (Telefonseelsorge), der „Nummer gegen Kummer“ unter 116 111 sowie im Notfall bei der Polizei (110) oder den Rettungsdiensten (112). Die Gesellschaft für Suizidprävention führt eine Übersicht der Angebote auf ihrer Webseite www.suizidprophylaxe.de. Für Kinder und Jugendliche halten der Arbeitskreis Leben Tübingen (www.akl-krisenberatung.de/youth-life-line) und der Arbeitskreis Leben Freiburg (www.u25-freiburg.de) spezielle Formate bereit. Trauernde Eltern, deren Kinder gestorben sind, können Hilfe bei der Sterneninsel finden (www.sterneninsel.com).
Als die Frau am Abend zurück in das Wohnhaus kam, habe sie Gasgeruch wahrgenommen. Die alarmierte Feuerwehr habe vor Ort festgestellt, dass mehrere Propangasflaschen geöffnet worden waren, so die Polizei und Staatsanwaltschaft. Zudem sei die Gaszuleitung demontiert worden, sodass ungehindert Gas in das Gebäude strömen konnte.
Nach Einschätzung eines verständigten Energieversorgers hätte bereits eine geringe Zündquelle ausgereicht, um eine Explosion auszulösen und hierbei erhebliche Schäden an dem Reihenhaus sowie angrenzenden Gebäuden zu verursachen, heißt es in der Pressemitteilung.
Wie Polizeisprecher Alexander Uhr auf Nachfrage von PZ-news mitteilt, ginge es bei der Anklage um die Menschen, die durch eine potenzielle Explosion eventuell verletzt worden wären. Was genau hätte passieren können, werde nun ermittelt. Auch das Motiv des Beschuldigten sei noch unklar. Auch Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Johannes Jungmann, sagt gegenüber PZ-news, dass sich der Vorwurf des versuchten Mords aus der allgemeinen Gefahr des auströmenden Gases ergeben habe. Eine Explosion wäre nicht nur für die Hausbewohner, sondern auch Anwohner angrenzender Gebäude höchst gefährlich gewesen.
Der Mann wurde am frühen Dienstagmorgen vorläufig festgenommen und am Mittwoch dem Haftrichter beim Amtsgericht Pforzheim vorgeführt, der antragsgemäß Untersuchungshaft anordnete.
Wie das DRK Königsbach auf Instagram schreibt seien sieben Bewohner und ein Hund aus den umliegenden Häusern evakuiert worden. Um 1.30 Uhr am Dienstag konnten die Anwohner wieder zurück in ihre Häuser. Beendet gewesen sei der Einsatz um 1.45 Uhr.
Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Pforzheim, insbesondere zu den näheren Umständen sowie zu den Hintergründen der Tat, dauern an.
