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Enzkreis -  10.03.2026
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Windenergie bringt Enzkreis Geld ein: Ausgleichszahlungen dienen Naturschutz

Enzkreis. Viele Menschen stören sich nicht an der Optik von Windrädern, für andere sind sie allein schon deshalb ein Frevel. Nun ist es so, dass für die Errichtung von Windenergieanlagen – wie bei anderen Baumaßnahmen auch – ein Ausgleich für die in der Natur entstandenen Beeinträchtigungen fällig ist.

Unter anderem für den Straubenhardter Windpark waren Ausgleichszahlungen fällig, die jetzt in Naturschutzprojekte investiert werden.
Unter anderem für den Straubenhardter Windpark waren Ausgleichszahlungen fällig, die jetzt in Naturschutzprojekte investiert werden. Foto: Meyer ( Archivbild)

Bei nicht ausgleichbaren Sachen werden Ersatzzahlungen an die Stiftung Naturschutzfonds geleistet. Dies war im Enzkreis unter anderem beim Windpark Straubenhardt der Fall – für den optischen Eingriff in das Landschaftsbild.

Jetzt wird ein Teil der Gelder im Naturschutzfonds in Naturschutzprojekte im Enzkreis gesteckt, wie Umweltdezernentin Hilde Neidhardt am Montag im Umwelt- und Verkehrsausschuss (UVA) berichtet. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hätte die entsprechenden Maßnahmen bewilligt. Konkret geht es um rund 325.000 Euro, welche über die nächsten fünf bis sieben Jahre in drei Projekte fließen sollen, die nicht in Naturschutzgebieten liegen. So sollen für insgesamt 220.000 Euro Trockenmauern sanieren und Magerrasen erhalten in Keltern und Mühlacker. In Straubenhardt wiederum sind 104.500 Euro für Mostbirnen und Laichgewässer vorgesehen. „Die geplanten Teilmaßnahmen tragen dazu bei, seltene Arten (wie zum Beispiel aus der Gruppe der Wildbienen und der Reptilien) und Lebensräume zu fördern“, heißt des in der schriftlichen Zusammenfassung des Landratsamts. Da die Maßnahmen zu 100 Prozent förderfähig sind, gibt es auch keine finanzielle Eigenbelastung für den Enzkreis.

Entbürokratisierung sinnig

Neidhardt betonte, dass es dem Landkreis wichtig gewesen sei, dass die Ersatzmaßnahmen möglichst nahe am durch Baumaßnahmen betroffenen Gebiet stattfinden – etwa in Straubenhardt. Das nutzte Hans Vester, SPD-Kreisrat und Straubenhardter Original in Personalunion, direkt aus, um eine Lanze für den Windpark zu brechen. Auch deswegen stünde Straubenhardt in Sachen Naturschutz so gut da wie noch nie. An Windkraftkritiker gerichtet sagte Vester, dass er noch nie tote Vögel unter den Windrädern gesehen habe. Aus seiner Warte habe die Windkraft nur Vorteile, merkte er dann noch an – mit deutlichem Verweis auf die Regionalverbandssitzung zum Thema an diesem Mittwoch. „Sag das mal den Dennachern, die sehen das sicher ganz anders“, rief Neuenbürgs Bürgermeister und FWV-Kreisrat Fabian Bader ihm im Anschluss zu.

Kurt Ebel, CDU-Kreisrat und Naturschutzbeauftragter des Enzkreises, freute sich sehr darüber, dass auch die Trockenmauer berücksichtigt werden. Er kritisierte jedoch, dass der Enzkreis die Leistungen gewissermaßen vorfinanzieren würde, nur um im Anschluss die Gelder aus dem Fonds zu erhalten. Im Sinne der Entbürokratisierung fände er es gut, wenn die untere Naturschutzbehörde die Mittel einfach direkt freigeben könnte.

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