Heimsheim
Enzkreis -  16.10.2018
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Stauinfos auf der A8: So sollen geflutete Umleitungsstrecken vermieden werden

Enzkreis/Pforzheim. Das ist doch mal ein kleiner Lichtblick für die Kommunen an der A8 im Enztal: Das Land will während des sechsjährigen Ausbaus der Autobahn mit hochmodernen Anzeigern dafür sorgen, dass Autofahrer bei Staus auf der A8 bleiben und nicht auf Routen durch die Stadt Pforzheim sowie die Gemeinden rund um die Großbaustelle ausweichen.

Sieben Minuten bis zum Ende der Baustelle: Mit Echtzeit-Anzeigen macht das Land auf der A5 bei Rastatt deutlich, dass nicht viel Zeit verloren wird, wenn man auf der Autobahn bleibt. Foto: Verkehrsministerium
Sieben Minuten bis zum Ende der Baustelle: Mit Echtzeit-Anzeigen macht das Land auf der A5 bei Rastatt deutlich, dass nicht viel Zeit verloren wird, wenn man auf der Autobahn bleibt. Foto: Verkehrsministerium

Mit den Tafeln, die minutengenau über die Reisezeiten informieren, habe das Land in der aktuellen Baustelle auf der A5 bei Rastatt und Ettlingen „sehr gute Erfahrungen“ gemacht, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in der jüngsten Fragestunde des Landtags: „Die Umleitungsstrecken bei der A5 wurden nicht geflutet.“ Dieses gute Beispiel soll an der A8 Schule machen.

Der Abgeordnete Erik Schweickert (FDP) aus Niefern hatte sich bei Hermann für solche Infozeichen auf der A8 eingesetzt. Damit nicht genug. Hermann machte in der Diskussion im Landtag Schweickert gleich noch eine weitere Zusage: „Wir werden versuchen, so schnell wie möglich, schon in der Vorphase des A8-Ausbaus, diese Reisezeitanzeiger zu installieren.“

Das Land wisse um die schon jetzt üblichen Dauerstaus. Das sei eine Zumutung für Pforzheim und die Anliegergemeinden. Die B10 sei bereits eine hoch belastete Ausweichroute, so der Minister. „Gut so“, meinte Schweickert, gebe es für die A8 im Enztal doch keine weiträumigen Umfahrungen wie im Rheintal.

Wie die PZ berichtete, befürchten viele Bürgermeister im Enzkreis einen Verkehrskollaps auf ihren innerörtlichen Straßen. Deren Belastungen sind oft schon jetzt, lange vor dem eigentlichen Baubeginn Mitte 2019, zu beobachten. Wenn die A8 mal wieder verstopft ist, leiden Anwohner unter Autokolonnen selbst auf engsten Gemeindewegen. Mit Navigationsgeräten an Bord können Autofahrer die A8 zwischen Heimsheim und Wurmberg sowie zwischen Karlsbad und Pforzheim leicht umgehen. Das Navi oder Routenprogramm im Handy führt den Fahrer über jede noch so kleine Ausweichstrecke zur nächsten Anschlussstelle.

Mit den Echtzeitanzeigern versucht das Land, solche Stauumfahrungen einzugrenzen. Auf die Minute genau errechnen die Messgeräte, wie viel Zeit die Autofahrer auf der Autobahn, aber auch auf den angrenzenden Straßen verlieren. Funkschleifen erfassen die Zahl der Fahrzeuge. Daraus werden Zeiteinheiten für die Strecken ermittelt und an die elektronischen Wegweiser übertragen. „Beispielsweise sieht ein Autofahrer, dass er bis zum Ende der Baustelle 20 Minuten, auf den Ausweichrouten jedoch 30 bis 45 Minuten braucht“, sagte Minister Hermann. Er hofft auf Einsicht, dass es sich dann nicht lohne, die Autobahn zu verlassen. Ist die Umfahrung allerdings schneller, werde sie nicht angezeigt: „Eine Verführung der Autofahrer machen wir nicht.“

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Autor: Ralf Steinert