Kämpfelbach
Kämpfelbach -  20.01.2026
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„Explodierende Kosten“: Neues Feuerwehrhaus in Kämpfelbach auf der Kippe?

Kämpfelbach. Direkt am Anfang seiner Stellungnahme betonte Lothar Hein, dass die CDU-Fraktion „schon immer hinter einem neuen Feuerwehrhaus gestanden hat und auch nach wie vor steht“. Diese Feststellung war dem Fraktionsvorsitzenden „wirklich ganz wichtig“, bevor er angesichts „explodierender Kosten“ erklärte: „Unser Gewissen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern lässt das nicht mehr zu.“ Konkret geht es um rund zehn Millionen Euro, die das Großprojekt kosten soll: „komplett, tutto, alles mit allem“.

Bei der Ortsausfahrt von Bilfingen, nahe des Kreisverkehrs, soll das neue Feuerwehrhaus entstehen. Roller
Bei der Ortsausfahrt von Bilfingen, nahe des Kreisverkehrs, soll das neue Feuerwehrhaus entstehen. Roller Foto: Nico Roller

So formulierte es Planer Stephan Jung in der jüngsten Sitzung des Kämpfelbacher Gemeinderats. Errichtet werden soll das neue Feuerwehrhaus am Ortsausgang von Bilfingen beim Kreisverkehr, direkt neben der Bahnlinie. In der Bilfinger Weinbrennerkelter, nur wenige Hundert Meter vom angedachten Standort entfernt, präsentierte Jung am Montagabend eine Kostenermittlung, die laut Sitzungsvorlage nicht nur „eine verlässliche Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln“, sondern auch für die vorbereitende Haushalts- und Finanzplanung sein soll. „Wir haben jetzt hier wirklich mal alles drin“, sagte Jung, der mit keinen großen Überraschungen mehr rechnet. Dennoch gab es kritische Stimmen im Ratssaal.

Hein geht mit Blick auf die Kostenentwicklung in Keltern davon aus, dass das Gebäude auch in Kämpfelbach im Lauf des Baus nochmal zehn bis 20 Prozent teurer werden könnte. Er verwies auf weitere anstehende Projekte mit Kosten in Millionenhöhe. Aus seiner Sicht wäre das Gebäude in der aktuell geplanten Form nur durch starke Kürzungen an anderer Stelle und deutliche Steuererhöhungen möglich. Er forderte das Prüfen kostengünstigerer Varianten und einfacherer Bauweisen. Für ihn steht fest, dass es noch eine gesonderte Beschlussfassung zur Kostensituation geben muss.

In der Ratssitzung stimmte die CDU-Fraktion dennoch dem einhellig gefassten Beschluss zu, einen Förderantrag für den Neubau zu stellen. Bürgermeister Thomas Maag hält diesen Schritt für wichtig, um einschätzen zu können, welche Kosten am Ende bei der Gemeinde verbleiben.

Gemeinderätin Christine Fischer (MuM) merkte an, dass in der Vergangenheit von niedrigeren Gesamtbeträgen die Rede war. Sollte sich der Gemeinderat für einen Abbruch des eingeschlagenen Wegs entscheiden, sieht Planer Jung Risikofaktoren, weil bereits Vergaben erteilt und Zusagen gegeben wurden.