Keltern -  16.09.2020
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

379 Runden auf der „Himmelsleiter“: Straubenhardter Extremsportlerin stellt neuen Weltrekord im Non-Stop-Treppensteigen auf

Keltern-Ellmendingen. Tanja Höschele will immer weiter hoch hinaus. Und das macht sie mit einem ungeheuren Willen und mit ganz viel Leidenschaft. Am vergangenen Samstag stellte die Extremsportlerin aus Straubenhardt einen neuen Weltrekord auf. Sie absolvierte auf der „Himmelsleiter“ in Ellmendingen 379 Runden in 26 Stunden. Damit hat die 48-Jährige einen Eintrag beim Deutschen Rekordinstitut sicher.

Rauf und wieder runter ging’s für Tanja Höschele an der „Himmelsleiter“ in Ellmendingen. Foto: Hennrich
Rauf und wieder runter ging’s für Tanja Höschele an der „Himmelsleiter“ in Ellmendingen. Foto: Hennrich

Tanja Höschele ist damit die am längsten Non-Stop-Treppensteigerin der Welt – und zwar Outdoor. Einen ähnlichen Rekord von 24 Stunden hält bisher der Schweizer Kurt Hess – allerdings benutzte er eine Treppe im Turm. Um 10 Uhr am Samstag erfolgte der Start. 158 Stufen rauf – und wieder runter. Tanja Höschele legte dabei 28 Höhenmeter zurück. Am Ende waren es knapp 10.180 Höhenmeter. Zur Veranschaulichung: der Mount Everest, der höchste Berg der Welt, misst 8848 Meter.

Fünf Stunden nach dem Start musste Tanja Höschele schon kräftig kämpfen. Die Hitze machte ihr zu schaffen. Von Krämpfen geplagt, nutzte sie die Pausen, die ihr zustanden. Nach jeweils einer Stunde durfte sie immer fünf Minuten Durchschnaufen. Mit Bananen, Power-Riegeln, Obst und Gummibärchen ging es für das Ausdauer-Ass aber wieder bergauf. Um den Wasserverlust aufzufangen, gönnte sie sich zwischendurch sogar einen Schluck aus der Bierflasche – alkoholfrei natürlich!

In der Nacht lief es für Tanja Höschele dann besser. Sie genoss die Stille und die angenehmeren Temperaturen. Als gegen 3 Uhr die Müdigkeit kam, hielten sie Freunde wie auch Mitläufer Frank Götze (er absolvierte ebenfalls 379 Runden) auf Trab und motivierten sie schließlich zum Endspurt. „Mir tat alles weh, aber die Endorphine haben alles überlagert“, meinte sie nach den Strapazen. Ans Aufgeben habe sie nur kurz gedacht. „Nach fünf Stunden ging es mir nicht so gut. Doch ich konnte ja nach der kurzen Zeit nicht einfach aufhören.“

Besondere Motivation war auch ihre Spendenaktion. Im Vorfeld hatte sie Firmen dazu animiert, pro Runde einen Euro zu spenden. Ihr Arbeitgeber, die Firma Blaich Druck in Straubenhardt, hat sich schon daran beteiligt, ebenso die Firma Stirner in Birkenfeld. Der Erlös geht komplett an die Gemeinde Keltern. Mit ihm soll die Mehrzweckhalle in Dietlingen einen neuen Defibrillator bekommen.

Nachdem sich Tanja Höscheles Oberschenkel einigermaßen erholt haben, geht es für sie in knapp drei Wochen beim Backyard-Ultra Marathon in Rettert (Rheinland-Pfalz) weiter.

Autor: dom