Keltern -  29.07.2020
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Bürgerfragerunde in Keltern führt zu Soldarisierungswelle - Aufgebrachte Mütter fordern Taten

Keltern. An der Corona-Front haben in Keltern nun Mütter mobil gemacht. Der Grund: Die Gemeinde wollte es auch nach den Sommerferien im Zuge des Regelbetriebs unter Pandemiebedingungen dabei belassen, dass die Kernzeitenbetreuung nur von 7.30 bis 14 Uhr dauert. Eine Ausdehnung auf 16 Uhr, wie vor Corona, sei zwar wünschenswert, aktuell aber mit einem zu hohen personellen und damit finanziellen Aufwand verbunden, so die Argumentation aus der Kämmerei. Doch eine Mutter nach der anderen ergriff am Dienstagabend in der Ratssitzung in der Dietlinger Mehrzweckhalle das Wort.

Aufgebrachte Mütter forderten in Keltern unter anderem, dass die Kernzeitbetreuung wieder ausgebaut werden müsste. Symbolbild: famveldman/Adobe Stock
Aufgebrachte Mütter forderten in Keltern unter anderem, dass die Kernzeitbetreuung wieder ausgebaut werden müsste. Symbolbild: famveldman/Adobe Stock

Und der Tenor war klar: Mütter hätten in den vergangenen Monaten oftmals ihren Jahresurlaub eingebracht oder unbezahlten Urlaub genommen, um die Betreuung zuhause sicherzustellen. Mittlerweile werde das Fehlen einer ausgedehnten Kernzeitenbetreuung zu einem Arbeitsplatzrisiko und führe zu Problemen mit dem Arbeitgeber. Corona-Folgen dürften nicht einseitig auf Mütter und Väter abgeladen werden. Die Verwaltung, so der Vorwurf, erläutere ständig den Ist-Zustand im Rahmen der Hygieneauflagen. Das reiche nicht aus. Viele Eltern würden sich gerade mit dem letzten Atemzug in die Sommerferien retten. Für die Zeit danach brauche es in Keltern den politischen Gestaltungswillen, die Kernzeitenbetreuung wieder auszubauen. Das Signal müsse lauten: „Wir ändern was!“

Bürgermeister Steffen Bochinger sagte, es sei eine Entscheidung des Gemeinderats. Wenn dieser nun ein deutliches Signal aussende, werde sich die Verwaltung auf die ohnehin schwierige Personalsuche begeben, um eine Betreuung bis 16 Uhr hinzubekommen. Und dies wird nun in der Tat versucht.

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Autor: mar