Keltern -  16.09.2020
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„Eh-da-Projekt“: So sollen vorhandene Flächen in Keltern künftig nachhaltig genutzt werden

Keltern. Roland Schultner, der zweite Vorsitzende von Natur in Keltern ist begeistert: Der Aufruf seines Vereins, Weinfässer zu spenden, um aus den Fassdauben Insektenhotels herstellen zu können (PZ berichtete), ist auf fruchtbaren Boden gefallen.

Insektenfreundliche Blühflächen werden in der Gemeinde Keltern unter anderem auf sogenannten Eh-da-Flächen von der Gemeinde gefördert. Foto: picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa (Symbolbild)
Insektenfreundliche Blühflächen werden in der Gemeinde Keltern unter anderem auf sogenannten Eh-da-Flächen von der Gemeinde gefördert. Foto: picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa (Symbolbild)

Ein Standort wird auf der Fläche in der Nähe der Kreuzung Ringstraße/Kinzigstraße mit der Wildbader Straße in Ellmendingen entstehen. Dieses Areal wiederum gehört zu drei Flächen, die bereits in diesem Jahr für die Umsetzung des sogenannte Eh-da-Konzepts in Keltern in der Startphase vorgesehen sind.

65 Einzelmaßnahmen für eine Fläche von 10.000 Quadratmetern listet der Abschlussbericht auf. Zum Vergleich: Ein Standard-Fußballfeld hat 7140 Quadratmeter. Ob Biotopholz, Blütengehölz, Blühwiesen, Nisthilfen oder die Schaffung kombinierter Lebensräume: Das Eh-da-Projekt, so Schultner, bilde eine gute Grundlage, vorhandene Flächen nachhaltig zu nutzen.

Er freut sich auch über die Aktivitäten von Kelterns neuem Umweltbeauftragten Emil Ihli. Der sei rasch auf alle Beteiligten zugekommen und habe signalisiert, Öko-Themen vorantreiben zu wollen. Schultner, der auch stellvertretender Sprecher des Leitbildbeirats ist, freut sich darüber, dass die Gemeinde die Idee aufgegriffen hat. Mit der Erforschung und Konzeptionierung bereits verfügbarer Flächen war die RLP AgroScience GmbH aus Neustadt an der Weinstraße beauftragt worden.

Schultner bewertet Umsetzung des"Eh-da-Konzepts" kritisch

Über den im laufenden Jahr vorgelegten Abschlussbericht mit seinen denkbaren Potenzialen und Maßnahmen freut sich der stellvertretende Vereinsvorsitzende einerseits. Andererseits: Da, wo es Licht gebe, müsse man eben oft auch mit dem Schatten leben.

Und deshalb bekennt der Umweltschützer vom Ellmendinger Neuberg: „Das Konzept an sich ist eine tolle Sache.“ Aber man müsse auch kritisch zur Kenntnis nehmen, dass bei einer Umsetzung einer Eh-da-Konzeption zur ökologischer Reaktivierung oder Neuausrichtung freier Areale bei anderen Gemeinden im Schnitt rund sechs Prozent an Flächen im Gemeindebesitz zusammenkämen. In Keltern seien das nur zwei Prozent gewesen.

Das sei natürlich besser als nichts und unter den Rahmenbedingungen der Pandemie müsse man auch froh sein, wenn wichtige Dinge ins Rollen kämen. Mehr über das Thema lesen Sie am Donnerstag, 17. September, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: mar