Keltern -  13.09.2020
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Um "Tsunami an Problemen" zu verhindern: Keltern kehrt zur Kernzeitbetreuung bis 16 Uhr zurück

Keltern. Auf Anfrage der „Pforzheimer Zeitung“ hat Bürgermeister Steffen Bochinger mitgeteilt, dass eine Rückkehr zur Kernzeitbetreuung bis 16 Uhr möglich wird. Wörtlich äußert sich der Kelterner Rathauschef über das Prozedere zum anstehenden Schulbeginn an den beiden Standorten der Johannes-Kepler-Grundschule.

Die Johannes-Kepler-Grundschule in Keltern verteilt sich auf die beiden Standorte Dietlingen (im Bild) und Ellmendingen. Foto: Marx
Die Johannes-Kepler-Grundschule in Keltern verteilt sich auf die beiden Standorte Dietlingen (im Bild) und Ellmendingen. Foto: Marx

„Aktueller Sachstand ist, dass in Absprache mit der Grundschule in der ersten Schulwoche die Kernzeitbetreuung noch bis 14 Uhr angeboten wird, um auch abzuklären, wie viele Kinder, unter anderem auch Erstklässler, tatsächlich die Betreuung in Anspruch nehmen. Ab der zweiten Schulwoche soll dann der Kernzeitbetrieb samt Mittagessen und Mittagsbetreuung – wie in vor Corona-Zeiten gewohnt – bis 16 Uhr stattfinden.“

Aufgrund des personalintensiven und auch zeitlich abgestimmten Betreuungsmodus aufgrund der Corona-Rahmenbedingungen war sich die Verwaltung ursprünglich nicht sicher gewesen, ob das Anliegen realisierbar sei. Die genannte Betreuung bis 16 Uhr und in Folge dessen auch die zu gewährleistende Mittagsbetreuung samt Essensoption war ein dringlich geäußerter Wunsch von Müttern gewesen, die sich in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause in der Speiterlinghalle geäußert hatten.

Elternschaft hinterlässt tiefen Eindruck bei Verwaltung und Gemeinderat

Obwohl das Thema offiziell gar nicht auf der Tagesordnung gestanden hatte, hinterließen die Hinweise aus der Elternschaft einen tiefen Eindruck bei Verwaltung und Gemeinderat. Mehrere Mütter hatten geschildert, dass im Rahmen eines sogenannten Regelbetriebs unter Pandemiebedingungen bei einer weiterhin verkürzten Kernzeitbetreuung von 16 auf 14 Uhr mit Beginn des neuen Schuljahrs ein Tsunami an Problemen auftreten würde.

Viele Elternteile hätten ihre Möglichkeiten fürs laufende Jahr bereits vollumfänglich ausgeschöpft. Urlaubs- und Freizeitansprüche seien komplett verbraucht, flexiblere Arbeitszeiten beim Arbeitgeber nicht mehr zu bekommen. Die Vereinbarkeit von Schule und Beruf sei ab September in Keltern für viele Eltern so nicht mehr gegeben.

Im Gemeinderat einigte man sich daraufhin, die Verwaltung spontan zu beauftragen, eine Ausschreibung für das notwendige, weitere Personal vorzunehmen, um möglichst rasch eine Wiederausdehnung der Kernzeit auf 16 Uhr schaffen zu können. Im Gespräch mit Dominique Roller vom Verein Eltern für Keltern wurde unterstrichen, dass die Rückkehr zu 16 Uhr ganz klar auf der Linie der Vereinsforderung liege. Eltern für Keltern habe sich bei der Verwaltung für diese Lösung starkgemacht.

Autor: mar