In Mühlacker klaffen Lücken: Warum 210 Flächen nicht bebaut sind
Mühlacker. Mühlacker. „Es tut sich da sehr wenig“, sagte der städtische Planungs- und Baurechtsamtsleiter Anton Lutze zu den insgesamt 210 Baulücken in Mühlacker, die aktuell nicht auf dem Markt verfügbar seien. Denn in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (UTA) des Gemeinderats stand am Dienstagabend der Baulücken- und Bauplätzebericht für das Jahr 2025 auf der Tagesordnung. Diese 210 Baulücken seien auf dem Markt nicht verfügbar.
Zum einen, weil sie, so Lutze, in 45 Fällen zur Erweiterung des eigenen Hausgartens benutzt würden und in 165 Fällen als Wertanlage sogenannter „Enkelgrundstücke“ dienen.
165 „Enkelgrundstücke“
„Diese Anzahl nimmt nicht wirklich ab“,
sagte Lutze.
Aktuell, führte Lutze in seinem Bericht aus, seien im Bebauungsplangebiet, „Südlich der Hartfeldschule“ im Mai 2025 die Erschließungsarbeiten abgeschlossen worden, so dass hier nun dreizehn neue Bauplätze entstanden sind.
Und im Plangebiet „Pferchäcker“ dauern die Erschließungsarbeiten voraussichtlich noch bis ins Frühjahr an. Somit stünden im Verlauf des Jahres 2026 weitere 61 Bauplätze zur Verfügung. Im Dezember 2025 bestanden in der Gesamtstadt insgesamt 217 Baulücken. Über fünf verfügt die Stadt. Eine davon befindet sich in der Friedenstraße 12 in Lienzingen.
In der Wiernsheimer Straße 3 in Dürrmenz stehe, so Lutze, ein freies städtisches Grundstück im Bebauungsplangebiet „Ortskern Dürrmenz-Bijouterie“ zur Verfügung. Dort sei ein Mehrfamilienhaus vorgesehen gewesen. Alle Interessenten seien jedoch im Verlauf des Vergabeverfahrens abgesprungen. Wenn feststehe, ob dort nun Doppelhaus, freistehendes Haus oder Kettenhaus seitens der Käufer gewünscht werde, könnte, so Lutze, der Bebauungsplan-Entwurf finalisiert und die formelle Beteiligung durchgeführt werden.
Hanglage als Herausforderung
Die städtische Baulücke Kelterstraße 15 in der Kernstadt stelle hingegen aufgrund ihrer topographischen Gegebenheiten eine Herausforderung dar, berichtete Lutze. Denn die steile Hanglage des Grundstücks erschwere die Bebauung erheblich. Und zwischen der Ascherstraße und Schillerstraße in der Kernstadt lege der Bebauungsplan „Goldhalde Süd, 2. Änderung“, zwischen der Lindach-Sporthalle und der Villa Emrich eine Fläche für Gemeinbedarfe fest. Am Konrad-Adenauer-Platz 10 in der Kernstadt liege die Brachfläche des ehemaligen Mühlhofgebäudes, für das aktuell ein privater Investor gesucht werde. Zudem gebe es auf dem Markt noch zwei private Baulücken, eine in Enzberg in der Höhenstraße und eine in Lomersheim in der Fischäckerstraße.
„Für die Vermarktung der Friedenstraße ist ein Makler beauftragt“,
teilte OB Stephan Retter auf Anfrage von Ulrich Hagenbuch (Freie Wähler) mit.
„Es ist gerade eine schlechte Lage auf dem Baumarkt“, sagte Günter Bächle (CDU). Ob die Stadt Leerstände von Wohnungen ermitteln könnte, interessierte Angelika Denzler (LMU). „Da sind unsere Möglichkeiten aus Datenschutzgründen gleich null“, antwortete Bürgermeister Armin Dauner. „Viele Wohnungen stehen leer, das ist sehr schade“, sagte OB Retter. Und er verwies darauf, dass er bei seiner eigenen Suche nach einer Wohnung gleich 15 Angebote bekommen hätte in allen Größen. Tiny-Häuser in der Wiernsheimer Straße 3 aufzustellen, würde er an dieser Stelle nicht befürworten, sagte Dauner auf die Anfrage von Laura Craiss (FDP).
