Partnerschaft mit Zukunft: Mühlacker und Schmölln feiern das zehnjährige Bestehen
Die Eintragung ins Goldene Buch und die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung der Stadtverwaltungen von Mühlacker und Schmölln bildeten am Samstagvormittag den Höhepunkt einer Feierstunde im Schmöllner Ratssaal anlässlich des zehnjährigen Städtepartnerschaftsjubiläums. Seit zehn Jahren sind Mühlacker und Schmölln offiziell Partnerstädte.
Die Verbindungen zwischen der Senderstadt und der im ostthüringischen Landkreis Altenburger Land gelegenen Stadt reichen jedoch viel weiter zurück: bis in DDR-Zeiten, als evangelische Kirchengemeinden aus West- und Ostdeutschland trotz widriger politischer Umstände erste Kontakte knüpften. Daraus entstanden zunächst Freundschaften, nach der Wende Hilfestellungen auf Verwaltungsebene und vor zehn Jahren schließlich eine offizielle Städtepartnerschaft. Um das Jubiläum zu feiern und die Weichen für die Zukunft zu stellen, hatte am vergangenen Wochenende eine Delegation aus Mühlacker Oberbürgermeister Stephan Retter zum Besuch in Schmölln begleitet. Ihr gehörten Vertreter der Stadtverwaltung, des Gemeinderats, des Partnerschaftskomitees sowie Mitglieder der St.-Andreas-Gemeinde in Dürrmenz an.
Kooperation vertiefen
„Der Stellenwert einer deutsch-deutschen Partnerschaft ist derselbe wie der einer internationalen, wenn auch thematisch etwas unterschiedlich“, betonte Retter, für den das Jubiläumswochenende zugleich der Antrittsbesuch in der ostdeutschen Partnerstadt war. Nachdem er im Mai bereits die italienische Partnerstadt Bassano del Grappa besucht hatte. „Bei der italienischen Städtepartnerschaft geht es um internationalen Austausch, der letztendlich aus der Nachkriegszeit und der europäischen Vereinigung stammt und den Frieden sichern soll“, so Retter. Die deutsch-deutsche Partnerschaft sei dagegen, auch wenn es keine innerdeutsche Grenze mehr gebe, auf anderer Ebene hilfreich.
„Wir haben regional kulturelle Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten und die lohnt es sich zu erforschen, auch bezüglich der Verwaltung.“
Mit Bezug auf die unterzeichnete Kooperationsvereinbarung der Verwaltungen sprach er von ähnlichen Strukturen, Rechtsgrundlagen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die künftig in Videokonferenzen und bei Arbeitsbesuchen von Verwaltungsmitarbeitern thematisiert werden sollen. „Knappe kommunale Haushalte, Fachkräftemangel oder Herausforderungen bei der Digitalisierung“, konkretisierte der Schmöllner Bürgermeister Sven Schrade mögliche Themen der nun vertraglich besiegelten Kooperation. Mit den internationalen Städtepartnerschaften Mühlackers mit Bassano del Grappa sowie Schmöllns mit Dobele und Zdar nad Sazavou könnten beide Städte zudem Europa konkreter machen, schlug Schrade den Bogen ins europäische Ausland.
„Besonders die baltischen Staaten in Europa einzubinden, ist sehr wichtig“,
so der Schmöllner Bürgermeister, der zum Festwochenende auch Vertreter aus den osteuropäischen Partnerstädten eingeladen hatte.
Den Abschluss im Trio der Festredner bildete der Schmöllner Pfarrer Alfred Geiser. Er betonte die Verbindung der evangelischen Kirchengemeinden, die bereits zu Zeiten bestand, als persönliche Kontakte zwischen Ost und West extrem schwierig waren. „Auch was gelebte Traditionen und den Geschmack der Städtepartnerschaft angeht“, so der Pfarrer mit einem Augenzwinkern auf das, was die Delegation auf dem Schmöllner Marktplatz erwartete: die erste Mutzbratenmeisterschaft.
Dabei ging es darum, unter zwölf Mannschaften die Meister in der Zubereitung des Schmöllner Traditionsgerichts zu ermitteln. Bewertet wurden von einer Jury, der auch Mühlackers Alt-OB Frank Schneider angehörte, unter anderem Geschmack, Zubereitung und Konsistenz sowie Fragen zur Historie des Traditionsgerichts.
