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Pforzheim -  23.04.2026
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„Blaulicht“-Projekt des Präventionsvereins Pforzheim und Enzkreis soll Gefühl der Sicherheit stärken

Pforzheim. Laut Kriminalstatistik galt Pforzheim im Jahr 2025 als die sicherste Stadt in Baden-Württemberg. Doch laut einer Umfrage fühlt sich jeder dritte Pforzheimer unsicher. „Es grassiert Kriminalitätsfurcht – speziell in gewissen Angsträumen“ machte Kai Bäuerle vom Polizeipräsidium Pforzheim bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Präventionsvereins „Sicheres Pforzheim, sicherer Enzkreis“ im großen Sitzungssaal des Landratsamtes deutlich. Als Sprecher einer vierköpfigen Projektgruppe informierte der Polizeioberkommissar Führungskräfte und Mitglieder des Präventionsvereins über ein geplantes städtebauliches Vorhaben, wobei mit „Blaulicht“-Einflüssen das Sicherheitsgefühl in bestimmten Bereichen, wie etwa Bahnhofsunterführungen und dergleichen, gestärkt werden soll.

Präventionsverein Sicheres Pforzheim sicherer Enzkreis
Die Führungskräfte des Präventionsvereins „Sicheres Pforzheim, sicherer Enzkreis“ um OB Peter Boch (von links), Yvonne Schwarz-Tron, Christian Dettweiler, Landrat Bastian Rosenau, Andreas Stäble und Stephan Günthner haben bei der Mitgliederversammlung im Landratsamt über ein neues Projekt informiert und über die Verteilung der Fördermittel abstimmen lassen. Foto: Meyer

Laut Kriminalstatistik galt Pforzheim im Jahr 2025 als die sicherste Stadt in Baden-Württemberg. Doch laut einer Umfrage fühlt sich jeder dritte Pforzheimer unsicher. „Es grassiert Kriminalitätsfurcht – speziell in gewissen Angsträumen“ machte Kai Bäuerle vom Polizeipräsidium Pforzheim bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Präventionsvereins „Sicheres Pforzheim, sicherer Enzkreis“ im großen Sitzungssaal des Landratsamtes deutlich. Als Sprecher einer vierköpfigen Projektgruppe informierte der Polizeioberkommissar Führungskräfte und Mitglieder des Präventionsvereins über ein geplantes städtebauliches Vorhaben, wobei mit „Blaulicht“-Einflüssen das Sicherheitsgefühl in bestimmten Bereichen, wie etwa Bahnhofsunterführungen und dergleichen, gestärkt werden soll.

Blaulicht hat beruhigende Wirkung auf Patienten im Rettungswagen

Wie Bäuerle ausführte, sei bei internationalen Projekten bereits der positive Effekt von Blaulicht, das nachweislich als Traumalicht in Rettungswagen beruhigend auf Patienten wirkt, erfolgreich eingesetzt worden. So habe eine Studie in Japan von 2008 ergeben, dass unter dem Einfluss von Blaulicht die Selbstmordrate in U-Bahnen um 84 Prozent gesunken sei. Ähnlich habe sich der Blaulichteinsatz anno 2000 bei einem Versuchsprojekt im schottischen Glasgow positiv auf das Image der Stadt ausgewirkt.

„Blaulicht nimmt nachweislich sowohl psychologisch als auch biochemisch Einfluss auf den Menschen" - Polizeioberkommissar Kai Bäuerle

„Blaulicht nimmt nachweislich sowohl psychologisch als auch biochemisch Einfluss auf den Menschen“, erläuterte Bäuerle. Man sei bereits mit Lichtexperten in Kontakt, um das Vorhaben auch hier in der Region voranzutreiben. Die Projektgruppe liefere Ideen und begleite, für die Umsetzung der Maßnahmen brauche man allerdings einen kommunalen Partner. Mit der Aktion gehe zunächst die Identifizierung von geeigneten Örtlichkeiten einher, dazu eine Natur- und Umweltschutzprüfung – denn Blaulicht nehme Einfluss auf das Anflugverhalten von Insekten – sowie eine Evaluation, indem bei einer Prüfung die Wirksamkeit der Blaulicht-Maßnahme ausgewertet würde. „Das Projekt hat Innovationscharakter und Strahlkraft für Kommunen“, betonte Bäuerle und signalisierte, dass man die Blaulicht-Aktion zuerst in Pforzheim angehen wolle.

„Ich bin interessiert, das Projekt für die Stadt anzunehmen. Es ist auf alle Fälle unterstützungswürdig“, meinte OB Peter Boch, der gemeinsam mit dem Pforzheimer Polizeipräsidenten Christian Dettweiler und Landrat Bastian Rosenau das Präsidium des Präventionsvereins bildet. „Pforzheim drängt sich zwar auf, es gibt aber auch Ecken im Enzkreis, denen das Projekt helfen könnte. Schließlich gibt es auch hier eine Große Kreisstadt“, sagte Rosenau und schlug vor, die Blaulicht-Aktion im Rahmen einer Bürgermeisterversammlung vorzustellen. Bedenken, dass der Landkreis zu kurz kommen könnte, wischte Polizeioberkommissar Kai Bäuerle vom Tisch. „Der Projektauftrag gilt für Pforzheim und den Enzkreis“, versicherte er.

Autor: pep