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Pforzheim -  26.04.2026
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Kaffee, Kuchen, Kinderlachen: Familiencafés sind zum Trend geworden – auch in Pforzheim

Pforzheim/Enzkreis. Entspannt mit Kleinkind ins Café? Da können Eltern schonmal hellhörig werden. Denn so richtig stressfrei ist Ausgehen mit Kindern, die weder still sitzen, noch leise sein wollen, oft nicht. Weil aber auch Mamas und Papas gerne einmal auswärts etwas essen oder einen Kaffee trinken möchten (vgl Infokasten), gibt es in vielen Städten inzwischen sogenannte Kindercafés. Das Konzept ist eigentlich simpel. Was in vielen anderen Restaurants die kleine Spielecke mit Lego-Bausteinen und Malsachen ist, nimmt in Kindercafés viel mehr beziehungsweise den ganzen Raum ein. Kaffeetrinken und Spielen passieren also parallel. Deutschlandweit schießen seit einiger Zeit solche Angebote, die gezielt Familien ansprechen sollen, aus dem Boden. Auch in Pforzheim gibt es inzwischen zwei solcher Treffpunkte.

Im Indoor-Sandkasten des Familiencafés „Dalino“ (linkes Bild) auf dem Haidach inhalieren die Kinder beim Spielen Salzsole. Das soll die Atemwege frei machen und das Immunsystem stärken. Im „Café Luise“ (rechtes Bild) in der Pforzheimer Goldschmiedeschulstraße können Kinder und ihre Eltern parallel spielen und Kaffee trinken.
Im Indoor-Sandkasten des Familiencafés „Dalino“ (linkes Bild) auf dem Haidach inhalieren die Kinder beim Spielen Salzsole. Das soll die Atemwege frei machen und das Immunsystem stärken. Im „Café Luise“ (rechtes Bild) in der Pforzheimer Goldschmiedeschulstraße können Kinder und ihre Eltern parallel spielen und Kaffee trinken. Foto: Privat/Dalino; Café Luise

Im November 2025 hat das „Café Luise“ in der Goldschmiedeschulstraße eröffnet. Geschäftsführer David Feulner, der hauptberuflich in fünfter Generation im Familienunternehmen Robert Schütt Witwe im Bereich Edelsteine und Schmuck tätig ist, hat sich mehr Leben und ein größeres kulturelles Angebot in der Umgebung gewünscht: „Ganz persönlich, als Vater, wünsche ich mir auch, dass mein Kind einen Lieblingsort hat. Und wenn dieser Ort direkt neben mir ist, ist das natürlich perfekt.“ So sei das „Café Luise“ im Gebäude der Firma Schütt entstanden – und für Feulner die Möglichkeit, auf schöne Weise Beruf und Familie zu verbinden. Feulner ist wichtig, dass sich das „Café Luise“ nicht nur als Kindercafé, sondern als familienfreundliches Kulturcafé verstehe. Neben Kindergeburtstagen habe man bereits Konzerte, Kunstevents und Märchenstunden veranstaltet. „Wir richten uns an Familien, Freundesgruppen, Kreative und jeden Menschen, der eine offene und entspannte Atmosphäre schätzt“, so der 41-jährige Vater einer Tochter über die Zielgruppe, die er ansprechen möchte. Und wie nehmen die Pforzheimer das an? „Wir sind von den Rückmeldungen manchmal fast überwältigt“, sagt Feulner. Immer wieder hörten er und seine fünf Mitarbeiter: „Genau das hat Pforzheim gebraucht.“ Verbesserungsvorschläge und Anregungen könnten Gäste auf einen Zettel schreiben und in eine große Glaskugel im Café werfen. In der Zukunft möchte er das kulturelle Angebot und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern ausbauen: „Unser Ziel ist es, lebendig zu bleiben: ein bisschen laut, sehr mutig, vielleicht auch mal wild – aber immer herzlich und offen.“

„Als Pforzheimer mit Wurzeln im Schwarzwald wünsche ich mir mehr Leben und ein reicheres kulturelles Angebot in der Umgebung – einen Ort, an dem Menschen gerne Zeit verbringen, sich treffen und Erlebnisse entstehen.“

David Feulner, Geschäftsführer des „Café Luise“

„Dalino“ heißt das Familiencafé von Irina und Eugen Rüb in der Kaulbachstraße auf dem Haidach. „Wir spüren täglich, dass Eltern heute mehr suchen als nur einen Platz für einen schnellen Kaffee. Sie wünschen sich einen Ort, der die persönliche Auszeit für Erwachsene mit Abenteuern für Kinder verbindet“, sagt Irina Rüb. Vor ein paar Monaten hat sich die 35-Jährige aus Niefern diesen Ort mit ihrer Familie – Mann Eugen und die zwei Kinder – selbst geschaffen. Im „Dalino“ treffen nicht nur Kaffee und Kuchen mit Spiel und Spaß aufeinander. Das Angebot umfasst auch Wellness-Behandlungen für die ganze Familie. Kinder könnten etwa im großen Indoor-Sandkasten und der Salzgrotte wertvolle Salzsole inhalieren, für die Erwachsenen stehe ebenfalls ein entsprechender Raum zur Verfügung. Die Resonanz sei enorm, so Rüb. Wegen der hohen Nachfrage sei das Wellness-Angebot bereits erweitert worden. Im „Dalino“ zahlen Gäste fünf Euro Gebühr pro Kind für die Spielfläche und den Sole-Sandkasten. Auch das werde bislang gut angenommen. Insgesamt lege man großen Wert auf familiengerechte Preise. Im Sommer soll noch ein großer Außenbereich zur Verfügung stehen. Das Ehepaar Rüb führt den Betrieb aktuell als reines Familiengeschäft. Ihr Angebot sei einzigartig: „Was uns grundlegend unterscheidet, ist die Verbindung von Spaß und Gesundheit.“

„Wir haben als Eltern zweier Kinder selbst einen Ort vermisst, an dem hochwertige Wellness-Angebote ohne Kinderbetreuungsprobleme nutzbar sind.“

Irina und Eugen Rüb, Geschäftsführerin des Familiencafés „Dalino“.

Deshalb geht die PZ-news-Community auf Instagram gerne in Kindercafés:

Kindercafés gibt es mittlerweile in Pforzheim: das „Café Luise“ und das „Dalino“.

PZ-news hat auf seinem Instagram-Account von Eltern wissen wollen: Was gefällt Euch an Kindercafés? Warum geht Ihr dort gerne hin? Und das haben die Nutzer geantwortet:

  • „Gut für Schlecht-Wetter-Tage.“
  • „Als Beschäftigung für die Kids.“
  • „Dass die Kinder niemanden stören und Eltern sich entspannt unterhalten können.“
  • „Kaffee trinken und mein Sohn spielt mit anderen Kindern.“
  • „Entspannt frühstücken und Kinder können nebenher spielen.“
  • „Weil man dort nicht das Gefühl hat, dass die Kids stören und sie einfach Kind sein können. Das sorgt dann auch für entspannte Eltern. Deutschland ist leider so kinderunfreundlich.“
  • „Kinder haben Beschäftigung.“
  • „Überschaubarer als im Indoor-Spielplatz.

"Angebot für kinderreiches Pforzheim wichtig": Kommentar von PZ-Redakteurin Julia Falk

"Als Mutter einer dreijährigen Tochter, die sich zwar meistens benehmen kann, aber trotzdem eben ein kleines Kind mit viel Energie ist, muss ich sagen: Aus psychologischer Sicht sind Familiencafés eine willkommene Abwechslung. Während viele Eltern im Café oder Restaurant Angst haben, dass die Kleinen andere Gäste stören könnten, weiß im Kindercafé jeder schon vorher, worauf er sich einlässt. Für eine kinderreiche Stadt wie Pforzheim ist ein solches Angebot wichtig."