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Pforzheim -  26.04.2026
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Kolumne "Mami-Mania" über neuen zweifelhaften Trend zum Chaos auf Instagram

Und plötzlich wollen alle wieder echt sein. Auf Instagram erfinden sich Content Creator immer wieder neu. Aktuell scheint es voll im Trend zu sein, sich so natürlich wie möglich zu zeigen. Oder besser gesagt: die eigenen Lebensumstände. „Lasst uns einen ganz normalen Haushalt mit Kindern wieder normalisieren“, steht da unter einem Video, das einfach eine – wenn man objektiv und ehrlich ist – unaufgeräumte und teilweise nicht sehr saubere Wohnung zeigt.

"Lasst uns einen ganz normalen Haushalt mit Kindern wieder normalisieren", steht unter diesen Videos. Warum ist das ein Trend, fragt sich PZ-Redakteurin Julia Falk in einer neuen Folge ihrer Kolumne "Mami-Mania".
"Lasst uns einen ganz normalen Haushalt mit Kindern wieder normalisieren", steht unter diesen Videos. Warum ist das ein Trend, fragt sich PZ-Redakteurin Julia Falk in einer neuen Folge ihrer Kolumne "Mami-Mania". Foto: KseniaJoyg - stock.adobe.com (Symbolbild); Fotomontage: PZ

Eine Kolumne von PZ-Redakteurin Julia Falk

Reihenweise werden mir solche Inhalte vorgeschlagen. Eines ist bei allen gleich: Ich frage mich, wo ist der Mehrwert? Dass ein Zuhause, in dem kleine Kinder rumspringen und spielen, meistens nicht „clean“ und steril aussieht – geschenkt. Aber warum filme ich das und stelle es ins Internet? Und warum kommentieren das dann auch noch andere? Die Intention hinter diesen Videos ist schon klar: Niemand soll sich schlecht fühlen müssen, wenn er mit dem Putzen und Aufräumen nicht mehr hinterherkommt. Weil er berufstätig ist und nachmittags die Kinder an ihm kleben. Das ist auch richtig so.

Gleichzeitig heißt es in eben diesen Videos oft: „Meine Prioritäten liegen eben woanders.“ Gemeint ist: „Ich verbringe lieber Zeit mit meinem Kind.“ Was wiederum auch völlig fein ist, hätte es nicht ein Geschmäckle. Denn umgekehrt müsste das ja bedeuten, dass Eltern, die ihren Haushalt im Griff haben, weniger oder keine Zeit mit ihren Kindern verbringen. Das wiederum lässt mich mit einem schlechten Gefühl zurück. Denn bei uns zuhause ist es trotz aktiven Kleinkinds meist recht ordentlich und vor allem: immer sauber. Denn genauso, wie Kinder Chaos verbreiten dürfen, müssen sie eben auch lernen, dass man es danach wieder aufräumt. Oder wenigstens mithilft. Auf die Idee, daraus einen Insta-Trend zu machen, käme ich aber nie.