Lange Haftstrafen für Dealer aus der Region: FBI stellt ihnen eine Falle
Enzkreis/Pforzheim. Drei Jahre und zehn Monate und zwei Jahre und neun Monate wandern zwei Deutsche ins Gefängnis. Die Männer im Alter von 37 und 28 Jahren wurden vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe am Amtsgericht Pforzheim unter Vorsitz von Richter Sven Müller wegen Drogenhandels und einigem mehr verurteilt.
Die Männer sollen im großen Stil kiloweise mit Drogen – Kokain und Marihuana – gedealt haben. Die Staatsanwaltschaft ging von einem Gesamtwert von über 400.000 Euro aus. Einer der Männer aus der Region habe sogar einen Kochkurs zum Zubereiten und Herstellen von Amphetaminen belegt.
Was die Männer nicht geahnt hatten, sie nutzten für ihre Geschäfte ein vermeintlich sicheres verschlüsseltes Krypto-Chatprogramm, das jedoch das FBI als Falle ausgelegt hatte. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen bandenmäßigem Drogenhandel in mehreren Fällen vor. Wie weit das Drogennetz verzweigt ist, wurde im Prozess mehrfach deutlich. Denn es reichte weit über die Region, Baden-Württemberg und auch über Deutschland hinaus. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten im Tresor eines Verurteilten nicht nur 5400 Euro, Silbermünzen und Schmuck, sondern auch ein Vakuumiergerät, Wurfmesser, Schlagstock und unter der Matratze ein Pfefferspray. Dass Drogen, vor allem Kokain, ein kostspieliges Geschäft sind, an dem viele mitmischen, wurde vor Gericht mehrfach deutlich. Kripobeamte nannten gar einen Kilopreis für Kokain von 29.000 bis 30.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Haft für den Jüngeren sowie die Unterbringung in einer Erziehungsanstalt beantragt. Die Verteidigerin sah keine Haft, sondern eine langjährige Therapie statt einer eventuell zweijährigen Haftstrafe. Der Anwalt des Älteren hatte für seinen Mandanten Bewährungsstrafe gefordert oder ein Zurückstellen der Strafe zugunsten einer Therapie. Damit lagen beide Verteidiger mit ihren Forderungen weit entfernt vom nun gefällten Urteil.
