PZ-Leser will wissen: „Warum fährt genau mein Zug nicht im Takt?“
Pforzheim/Enzkreis/Kreis Ludwigsburg. Vor einigen Monaten wurde der Fahrplan der MEX17-Verbindung zwischen Stuttgart und Pforzheim bei genau einer Verbindung so verändert, dass der bahnbasierte Nahverkehr „für Pendler noch unattraktiver wird“, schreibt der Kunde der Redaktion.
Der Kritiker, der letztlich von Bietigheim nach Bad Wildbad muss, berichtet: „Es geht um die Verbindung MEX17 von Bietigheim um 17.48 Uhr Abfahrt Richtung Pforzheim: „Als Pendler absolut nicht nachvollziehbar, denn der Zug steht jetzt in Vaihingen/Enz ganze 17 Minuten herum.“ Als Pendler, der innerhalb von Bietigheim erst mit dem Bus auch noch zum Bahnhof müsse, sei dieser Zeitverlust „eine absolute Katastrophe, zumal da ich nun mehrmals die Situation hatte, die Taste an der Türe noch berührt zu haben und der Zug trotzdem weggefahren ist“. Im Zweifelsfall verpasse man dann auch den Anschluss in Pforzheim.
Protestschreiben
In einem Protestschreiben wandte sich der zornige Fahrgast an die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW). Was den Kunden besonders ärgert, sind die Folgen, die ein unattraktiver öffentlicher Personennahverkehr mit sich bringe: „Wenn man jedes Mal bangen muss, ob ich den Zug in Bietigheim bekomme und dann den Anschluss in Pforzheim Richtung Bad Wildbad, dann verstehe ich alle Fahrgäste, die mittlerweile dauerhaft aufs Auto umgestiegen sind.“
Die Redaktion fragte deshalb beim Qualitätsanwalt für die Fahrgäste im Südwesten nach. Matthias Lieb aus Mühlacker.
Der Mobilitätsexperte antwortet: „Beim MEX17 gab es zum Fahrplanwechsel mehrere Änderungen, die dem neuen Fahrplan der ICE-Züge rund um Stuttgart geschuldet waren.“
Eine Änderung habe darin bestanden, eine Aufhebung des Kuppelns und Flügelns der Züge in Mühlacker vorzunehmen. Und eine weitere Änderung bestand in der früheren Abfahrt des MEX17 schon um 17.30 statt erst um 17.46 Uhr in Stuttgart Richtung Pforzheim. Während in den anderen Stunden die Abfahrt zur Minute 46 für diesen Zug funktioniere, so die Darstellung von Lieb, komme in der Stunde 17 noch ein weiterer Zug in Stuttgart hinzu, wodurch es in der Gesamtbetrachtung aus Gleisbelegung, Fahrtstraßenbildung und Abfahrtszeiten für den MEX17 nach Stuttgart nur die Abfahrt um 17.30 Uhr gebe. Vorschläge der NVBW für den Tausch von Fahrlagen zwischen zwei Zügen des Nahverkehrs, damit der MEX17 in der Taktlage fahren könne, „wurden vom Infrastrukturbetreiber aufgrund von Problemen bei der Bahnsteiggleisbelegung abgelehnt: „Deshalb muss der Zug nun vor dem Takt fahren.“ Da an der Kreisgrenze in Vaihingen/Enz ein gewisser Umbrechungspunkt der Fahrgastströme zu verorten sei, fahre der Zug in der früheren Zeitlage von Stuttgart bis Vaihingen/Enz. Dort stehe er dann, bis wieder die normale Taktabfahrtszeit erreicht sei.
Hoffnung für Fahrplan 2027
Der Mobilitätsexperte macht Hoffnung, sagt aber auch, dass es dafür keine Garantie gebe: „Für den Fahrplan 2027 ist der Zug wieder in der normalen Taktlage für 17.46 Uhr bestellt. Man muss dann prüfen, ob der Infrastrukturbetreiber diese Abfahrt so akzeptiert oder ob es dann noch zu weiteren Abstimmungsrunden kommen muss. Ziel der NVBW ist auf jeden Fall, so Liebe abschließend, „den Zug wieder im Takt fahren zu lassen“.
