Snack-Dieb schlägt wieder zu: Automaten in Pforzheimer Amtsgericht erneut aufgebrochen
Pforzheim. Nur wenige Monate ist es her, da machte sich ein Täter – vielleicht auch mehrere – an den Snackautomaten im Pforzheimer Amtsgericht zu schaffen (die PZ berichtete). Viel Mühe steckte das Gericht, allen voran Direktor Oliver Weik, anschließend in die Wiederbeschaffung.
„Der Betreiber, der die Automaten aufstellt, kam uns dabei sehr entgegen“, erzählt Weik. Schließlich ist es der Betreiber, der am Ende auf dem Schaden sitzenbleibt. Dass er noch einmal neue Automaten aufstellte, war deshalb alles andere als selbstverständlich. Umso unerfreulicher ist die Nachricht, die Weik nun überbringen muss: Wieder hat jemand die Automaten im Untergeschoss des Amtsgerichts aufgebrochen. Und wieder fehlt vom Täter jede Spur.
„Mich ärgert es maßlos“,
sagt er.
Er hält es für möglich, dass derselbe Täter wie schon im Frühjahr dahintersteckt. „Er weiß ja jetzt, wie es geht.“
Zugeschlagen haben dürfte der Snack-Dieb außerhalb der Kernzeiten. „Von morgens bis zum späten Nachmittag sind sehr viele Leute hier. Manchmal dauern einzelne Verhandlungen aber länger und dann sind oft nur noch wenige Beteiligte vor Ort“, erklärt Weik.
Überwachungskameras gibt es im Gerichtsgebäude bislang nicht. Das würde der Direktor gerne möglichst schnell ändern. Bereits nachdem die Automaten Ende Februar zum ersten Mal aufgehebelt worden waren, habe das Gericht Sofortmaßnahmen ergriffen und die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, die aber nicht öffentlich genannt werden sollen. Offenbar hat das nicht gereicht. Nun steht das Gericht im Austausch mit dem Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Es geht darum, noch mehr zu tun – und das in einem denkmalgeschützten Gebäude, bei dem sich nicht jede Maßnahme ohne Weiteres umsetzen lässt.
Ohnehin wird das Amtsgericht an der Lindenstraße derzeit saniert. Im Zuge der Arbeiten soll auch ein separater Pausenraum entstehen, in dem künftig neue Snack- und Getränkeautomaten stehen könnten. Der Vorteil: „Den Raum kann man dann abschließen. So kann auch nichts mehr geklaut werden“, sagt Weik. Warum es der Täter ausgerechnet auf Automaten in einem Justizgebäude abgesehen hat, kann er nicht nachvollziehen. „Man geht damit ja ein gewisses Risiko ein.“
Vorerst hat der unbekannte Snack-Dieb für unfreiwillige Selbstversorgung außerhalb des Gebäudes gesorgt. Bis der Umbau abgeschlossen und der neue Aufenthaltsraum nutzbar ist, wird es dort keine Schokoriegel, keinen Kaffee und keine Erfrischungsgetränke aus dem Automaten geben. „Ich finde niemanden mehr, der nach zwei Beschädigungen neue Automaten aufstellt“, sagt Weik. Für Richter, Justizbeschäftigte, Zeugen, Besucher und Angeklagte heißt es deshalb erst einmal: Kaffee und Snacks besser selbst für die Pause mitbringen.
