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Pforzheim -  24.04.2026
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Warum schlafen Frauen schlechter? Allgemeinmedizinerin im PZ-Forum gibt Tipps für bessere Nächte

Pforzheim. Studien zeigen: Frauen schlafen in der Regel schlechter ein als Männer, sie schlafen schlechter durch und obendrein sind auch noch deren Tiefschlafphasen kürzer. Ein echtes Problem für viele Frauen. Denn schlechter Schlaf führt zu körperlichen und psychischen Problemen, kann Demenz fördern oder zur Gewichtszunahme führen.

PZ Forum Frauen und Schlaf
Die Autorin liest Passagen aus ihrem aktuellen Buch und klärt über Ursachen von Schlafmangel, Mythen und Maßnahmen zum Thema Schlaf auf. Foto: Röhr

Doch was lässt sich dagegen tun? Was braucht es, um besser und vor allem schneller zur Ruhe zu kommen und erholt aufzuwachen? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich Dr. Suzann Kirschner-Brouns seit einiger Zeit. Mit ihrem Buch „Frauen und Schlaf. Warum Frauen schlechter schlafen und was sie dagegen tun können“ war sie am Donnerstag zu Gast im gut besuchten PZ-Forum und verriet den Zuhörerinnen undein paar wenigen Zuhörern Tipps und Tricks.

Dass Frauen schlechter schlafen als Männer sei vor allem zwei großen Ereignissen in ihrem Leben geschuldet: Die Geburt des ersten Kindes und der Beginn der Wechseljahre. Aber auch der Biorhythmus oder sozioökologische Gründe können den Schlaf beeinflussen, so die Ärztin. Frauen seien oft einer Mehrfachbelastung ausgesetzt: Job, Haushalt, Kinderversorgung, Termine, und und und. All diese Aufgaben führten zu einem erhöhten Stresslevel – in Fachkreisen „Mental Load“ genannt – was wiederum ebenso für schlechten Schlaf sorge.

Ein weiteres Problem: Lange Zeit wurde der menschliche Schlaf nur an gesunden Männern erforscht. Frauen blieben auf der Strecke. Erst in den 2000er-Jahren gab es geschlechterspezifische Untersuchungen. Diese Lücke zwischen dem weiblichen und dem männlichen Schlaf nennt man „Gender Sleep Gap“.

Egal ob Weiblein oder Männlein, während man schläft, durchläuft man vier Phasen: die Einschlafphase, die Leichtschlafphase, die Tiefschlafphase und die REM-Phase oder auch Traumphase genannt. Für die Regeneration des menschlichen Körpers ist die Tiefschlafphase die Entscheidende. Ist diese gestört, wacht man unausgeruht auf. Gerade Frauen brauchen etwa 20 Minuten mehr Schlaf als Männer, um sich ausgeschlafen zu fühlen und energiegeladen durch den Tag zu kommen.

Wie viel Schlaf ein Mensch braucht, ist individuell, so Kirschner-Brouns. „Es sollten aber schon mindestens sieben oder acht Stunden sein.“ Auch der Biorhythmus eines Menschen sei entscheidend.

„Nicht alle Menschen sollten zur gleichen Zeit schlafen gehen. Es gibt Nachteulen und Lerchen. Das ist genetisch bedingt“,

erklärte Kirschner-Brouns.

„Guter Schlaf schenkt Lebenszeit und ist Gesundheitsprävention“,

so die Ärztin.

Aber was hilft den nun gegen schlechten Schlaf? Das Wundermittel gibt es nicht. So individuell wie der Schlaf selbst ist auch die Lösung. „Es schadet auf jeden Fall nicht, die Organuhr im Blick zu haben, vor allem, wenn man regelmäßig zu bestimmten Zeiten nachts aufwacht.“

Die Ärztin empfiehlt: „Viel ausprobieren.“ Als aller Erstes sollte der Stresspegel gesenkt werden. Auch pflanzliche Mittel können laut Kirschner-Brouns Abhilfe gegen das nächtliche Hin- und Herwälzen schaffen. Ebenso empfiehlt sie spezielle Aromatherapien, etwa Lavendel, was das Einschlafen unterstützen könne.

Ein weiterer Tipp der Expertin: Den Raum komplett abdunkeln und sich morgens von einem Lichtwecker sanft aus dem Schlaf wecken lassen. Abendessen sollte man etwa drei Stunden, bevor man schlafen geht. Und wenn es dann doch mal nicht klappen will: Auf die eigene Atmung konzentrieren oder im schlimmsten Fall einfach Aufstehen.