Weltkrebstag: Fast jeder zweite erkrankt an Krebs - Prävention in Pforzheim
Ofirzheim/Berlin. 38 Prozent aller Krebserkrankungen, also mehr als ein Drittel, gehen auf vermeidbare Ursachen zurück. Das zeigt eine Analyse globaler Daten aus dem Jahr 2022, als weltweit 18,7 Millionen neue Krebserkrankungen erfasst wurden. Als häufigste Ursachen werden Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen genannt. Bei Frauen sind der Analyse zufolge etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar, bei Männern sogar gut 45 Prozent.
In Europa, Australien, USA und Kanada ist Rauchen ein besonders wichtiger Risikofaktor. In großen Teilen Afrikas und Asiens wiederum gehen vermeidbare Krebserkrankungen am häufigsten auf Infektionen zurück. „Dies ist die erste globale Analyse, die aufzeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen ist“, betont Co-Autor André Ilbawi, der ein Team der Weltgesundheitsorganisation WHO leitet. Die Erforschung und die Behandlung von Krebs und vor allem das Thema Prävention ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, ist das Ziel des Weltkrebstags, der seit 20 Jahren stets am 4. Februar begangen wird.
Infostand im Helios Klinikum
In Pforzheim ist an diesem Mittwoch von 8 Uhr bis 11.30 Uhr im Eingangsbereich des Helios Klinikums ein Stand der Psychosozialen Beratungsstelle zu finden. Als Gast ist dort eine Pforzheimerin eingeladen, die sich im gemeinnützigen Verein „Buusenkollektiv“ engagiert – einem von Betroffenen für Betroffene getragenen Netzwerk, das vor allem von Berlin aus Impulse gibt. „Buusenkollektiv“ gibt als Zielsetzung unter anderem an: „Wir wollen eine Zukunft, in der offen über Krebs gesprochen wird.“ Bei zwei Dritteln der Menschen, die sich an die Psychosoziale Beratungsstelle am Helios wenden, handelt es sich um Frauen. Über 80 Prozent der Ratsuchenden sind zwischen 36 und 65 Jahre alt.
Diplom-Psychologin Monika Bühler-Wagner stellt heraus: „Eine Krebsdiagnose verändert erheblich die persönlichen Werte.“ Das sei bei Männern wie Frauen gleichermaßen der Fall. Zwangsläufig werde einem bewusst, dass das Leben endlich ist.
Helios Klinikum wie auch Siloah St. Trudpert Klinikum verzeichnen seit Jahren steigende Fallzahlen. Das hat mit der höheren Lebenserwartung zu tun. Auch Präventionserfolge machen sich bemerkbar: Erkrankungen werden nun häufig früher erkannt. Letzteres erleichtert es vielen sicherlich, folgende zunächst schockierende Nachricht einzuordnen: In Deutschland erkrankt fast jeder zweite Mensch irgendwann an Krebs. Das geht aus einem aktuellen Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts hervor. Laut RKI wird bei 43 Prozent der Frauen und bei 49 Prozent der Männer eine Tumorerkrankung festgestellt. 2023 ereilte über eine halbe Million Menschen eine Krebsdiagnose. Im selben Jahr wurden rund 229.000 Krebssterbefälle verzeichnet.
Monika Bühler-Wagner ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei den beiden häufigsten Erkrankungen (Brust- beziehungsweise Prostatakrebs) 90 Prozent der Betroffenen überleben. Generell spiele Künstliche Intelligenz bereits in vielerlei Hinsicht eine Rolle. Grundsätzlich seien Differenzierung in der Behandlung und eine gezieltere Medikamentengabe positive Faktoren. Nach den Erfahrungen von Monika Bühler-Wagner ist allerdings ein Nebeneffekt dieses Aspekts eine Verunsicherung der Betroffenen.
