Döner vor dem Schmuckmuseum: Dann werden drei junge Pforzheimer Zeugen eines Einbruchs
Pforzheim. Junger Pforzheimer erlebt mit zwei Freunden Zugriff am Schmuckmuseum hautnah. Beobachtungen liefern wichtige Erkenntnisse zum Einbruch. PZ-news hat mit ihm über die Nacht gesprochen.
Drei Gestalten im Foyer des Schmuckmuseums
Da will man zu später Stunde mal eben schnell den Hunger stillen – und befindet sich plötzlich mittendrin in einem realen Krimi. Als Einbrecher gegen 2.15 Uhr in das Schmuckmuseum einstiegen, ist das drei jungen Pforzheimern in der Nacht zum Sonntag passiert. Einer davon: Jugendgemeinderat Julius Wolff (18). Wie er berichtet, gab es einen vierten Passanten, der die Polizei bereits verständigt hatte. Als sie für einen Notruf ihre Handys zückten, sausten bereits die Streifen heran.
Doch auch die Beobachtungen von Julius Wolff und seinen beiden Begleitern haben die Ermittlungen befördert. Weil sie auf jemanden warten und dabei Döner essen wollten, hätten sie sich zu den Stufen vor dem Schmuckmuseum begeben, berichtet Wolff. „Plötzlich waren da diese schemenhaften Gestalten.“ Beim Blick durch den gläsernen Eingang ins Foyer des Reuchlinhauses fielen ihnen drei schwarz gekleidete Personen auf. Schattenmänner, die sich an der eingeschlagenen Scheibe zu schaffen machten. Durch diese waren die Einbrecher von der Dr.-Brandenburg-Straße aus eingedrungen, wobei sie vom weiteren Zeugen beobachtet worden waren, der sofort Alarm schlug.
Polizei überwältigt Verdächtige innerhalb weniger Sekunden
Geräusche vom berstenden Glas hätten sie nicht vernommen, sagt Wolff. Wohl aber davon, „wie sie die Drei geschnappt haben“. Der junge Mann zeigt sich beeindruckt: „Als die Polizei kam, hatte es sich für die Drei innerhalb von ein paar Sekunden erledigt.“ Mit eigenen Augen sah er, wie Polizisten die Eindringlinge zu Boden brachten.
Fahrzeug nach Einbruch sichergestellt
Und der Jugendgemeinderat und seine Freunde machten eine andere, entscheidende Wahrnehmung. Sie hatten ein an der Straße geparktes Auto bemerkt, in dem ein Mann zunächst saß, dann ausstieg, sich umsah und rasch zu Fuß davonmachte. Sie konnten eine Beschreibung des Mannes mit dunkler Hautfarbe abgeben. „Die Polizisten haben in das Auto reingeleuchtet.“
Wie berichtet, waren die drei inzwischen in U-Haft Sitzenden aus Frankreich eingereist, stammen laut Polizei aber aus der Zentralafrikanischen Republik. Die noch in der Nacht auch per Hubschrauber gestartete Fahndung nach einem flüchtigen vierten Tatverdächtigen dauert an.
Eben nicht selbstverständlich
Auf PZ-Nachfrage hat ein Polizeisprecher inzwischen bestätigt, dass im Zusammenhang mit dem Einbruch ein Fahrzeug sichergestellt wurde. Dazu, ob es sich dabei um den potenziellen Fluchtwagen handelt, wollte sich das Polizeipräsidium aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Angst, sagt Wolff, habe er zu keiner Zeit gehabt. „Wir waren immer weit genug weg vom Geschehen.“ Als „Selbstverständlichkeit“ werten die jungen Leute ihr Handeln: „Wir haben nur beobachtet und es der Polizei geschildert.“
Wenn dies alle Zeugen von Straftaten täten, wäre der Polizei wie der gesamten Bürgerschaft viel geholfen.
